Besteht ein großer Defekt am Kniegelenk, so dass sich ein gelenkerhaltender Eingriff nicht mehr lohnt, dann ist ein künstlicher Gelenkersatz sinnvoll. Meist kommt es aufgrund einer Arthrose zu einem übermäßigen Verschleiß, welches zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt. Ursachen für die Abnutzung oder Gelenkknorpelveränderungen können sein:
Die Knorpelschichten reiben aufeinander. Ist der Knorpel so weit abgerieben, so dass der Knochen freiliegt, führt jede Bewegung zu Schmerzen. Es wird eine größere Menge an wenig gleitaktiver Gewebeflüssigkeit produziert, wodurch ein Gelenkerguss entsteht. Dies führt zu sehr starken Schmerzen. Die zerstörten Gelenkteile werden durch das künstliche Kniegelenk ersetzt.
Degenerative Veränderungen können zu folgenden Beschwerden führen:
Durch eine Röntgenuntersuchung werden die knöchernen Veränderungen des Kniegelenks erfasst und die Achsverhältnisse mit einer Röntgen-Ganzbein-Aufnahme geprüft. In einigen Fällen können zur Absicherung der Diagnose weitere Untersuchungen wie computergestützte, bildgebende Untersuchungen oder die Arthroskopie (Gelenkspiegelung) erforderlich sein.
Vor der Operation erfolgt ein Röntgenbild. Während der Operation werden an den Knochen Probeprothesen gelegt, die dem Operateur Aufschluss über die passende Größe der Kniegelenksprothese gibt. Die Fixierung der Knieprothese erfolgt durch Knochenzement, welches eine feste Verbindung zwischen Knochen und Prothese herstellt. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass die Knieprothese zementfrei fixiert wird. Diese Methode wird aber eher bei jüngeren Patienten durchgeführt. Die richtige Methode der Prothesenverankerung, wird durch den Operateur festgelegt. Je nach Zerstörungsgrad des menschlichen Kniegelenks, kann man zwischen drei Kniegelenksprothesen unterscheiden:
Der Eingriff wird völlig schmerzfrei in Teilnarkose oder in Vollnarkose durchgeführt. Die Operation dauert zwischen 90 und 120 Minuten. Meist wird ein Zugang von vorne gewählt. Hierbei wird die Kniescheibe zunächst zur Seite gehalten, so dass alle Teile des Kniegelenkes gut sichtbar werden. Bei dem Eingriff werden Knorpelreste, unförmige Knochenteile und der Meniskus entfernt. Anhand der passenden Schablonenform wird der Knochen so präpariert bzw. vorbereitet, dass die entsprechende Prothesenform passt. Zudem werden bei diesem Vorgang auch die Verankerungsmöglichkeiten in den Knochen gebohrt oder geschnitten. Zunächst wird mit einer Probeprothese der korrekte Sitz und die gute Beweglichkeit des Kniegelenks überprüft und anschließend die Originalprothese eingesetzt und fixiert. Zuletzt werden Drainagen gelegt, um das Abfließen des Blutergusses zu ermöglichen. Die Öffnung am Knie wird dann schichtweise wieder zugenäht.
Auch hier ist der Erfolg der Operation und die Haltbarkeit der Prothese abhängig von der Nachbehandlung bzw. vom Verhalten des Patienten. Mit Hilfe des Physiotherapeuten lernt der Patient das Gelenk wieder zu benutzen (strecken und beugen). Zunächst lernen die Patienten das Gehen und Laufen auf geraden Flächen und Treppen, mit Hilfe von 2 Unterarmstützen.
Durch die Prothese wird der Patient wieder schmerzfrei und kann sein Leben mit mehr Bewegung genießen. Wichtig sind vor allem die regelmäßigen Nachuntersuchungen, um eventuell vorhandene Komplikationen rechtzeitig zu erkennen.
Die Haltbarkeit eines künstlichen Gelenkes ist abhängig davon, wie der Patient mit der Endoprothese umgeht. Die durchschnittliche Haltbarkeit einer Kniegelenksprothese wird mit etwa 12 Jahren angegeben.