Zum Einsatz kommen folgende Formen der Elektrotherapie:
- Galvanisation
- Kurzwellentherapie
- Reizstromtherapie
Zudem kann die Elektrotherapie mit verschiedenen Frequenzen durchgeführt werden. Je nach Form werden Gleichstrom, Niederfrequenzen, Mittelfrequenzen und Hochfrequenzen verwendet.
Niederfrequente Reizströme erregen die Nerven- und Muskelfasern und führen dazu, dass sich die Muskulatur zusammenzieht. Dies ist vor allem bei geschwächter und teilgelähmter Muskulatur sinnvoll, da so die Funktion erhalten und eine Schwächung vermindert werden kann. Die Niederfrequenztherapie ist vor allem angezeigt bei Durchblutungsstörungen, Arthrose und Nervenschmerzen. Die Behandlung erfolgt meist an sechs aufeinander folgenden Tagen und dauert jeweils 15 Minuten. Die Patienten spüren hierbei höchstens eine leichte Vibration oder ein Kribbeln.
Bei den mittelfrequenten Reizströmen überwiegt je nach Anwendungsform die schmerzlindernde oder die stimulierende Wirkung mit Muskelkontraktion und anschließender Muskelentspannung. Dadurch kommt es zu einer Durchblutungssteigerung, Schwellungen werden reduziert und die Muskulatur gelockert.
Die Hochfrequenztherapie führt zur Erwärmung von Gewebe. Insgesamt wirkt sie durchblutungsfördernd, schmerzlindernd und stabilisiert die Muskelspannung. Zudem können auch Stoffwechsel- und Abwehrprozesse im Körper angeregt werden.
Im folgenden sollen die verschiedenen Formen der Elektrotherapie näher beschrieben werden:
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Galvanisation
Bei der Galvanisation handelt es sich um eine Gleichstromtherapie, bei der konstante Ströme gleicher Richtung eingesetzt werden. Der Strom wird mit Hilfe von Plattenelektroden oder hydroelektrischen Teilbädern auf den Körper übertragen, bis die Person ein leichtes Kribbeln verspürt. Das Strangerbad (hydroelektrisches Vollbad) ist eine Sonderform der Galvanisation, bei dem die Person in einer Badewanne liegt. Im Außenbereich der Badewanne sind mehrere Elektroden angebracht, sodass der Körper in der Badewanne den galvanischen Gleichstrom spürt. Abhängig von der Polung wirkt das Strangerbad auf das zentrale Nervensystem dämpfend oder anregend. Die Galvanisation kommt primär zur Schmerzlinderung, Durchblutungsförderung und zur Anregung des Zellwachstums zum Einsatz. Die Behandlungsdauer beträgt 10 bis 40 Minuten. Bei der Galvanisation werden Nerven und Muskeln nicht erregt.
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Kurzwellentherapie
Bei der Kurzwellentherapie werden Wellen im Hochfrequenzbereich eingesetzt. Im Körper wird durch die kurzwellige elektromagnetische Energie Wärme erzeugt, welche durch unterschiedliche Dosierungsstufen an verschiedenen Körperstellen kontrolliert werden kann. Diese Therapieform kommt vorwiegend bei Erkrankungen des Bewegungsapparats, Muskelverspannungen, rheumatischen Erkrankungen, chronischer Arthrose sowie bei Erkrankungen der Atemwege zum Einsatz. Die Behandlung umfasst in der Regel sechs bis zwölf Sitzungen mit verschiedenen Wärmedosierungsstufen. Die Dauer und Stärke der Strombehandlung wird abhängig vom Erkrankungsstadium festgelegt.
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Reizstromtherapie
Bei der Reizstromtherapie werden geschwächte Muskeln durch einen schwachen Reizstrom zu Kontraktionen angeregt. Die eingesetzten Schwellströme sind amplitudenmodulierte Impulsfolgen. Je nach Krankheitsstadium kommen unterschiedliche niedrige Frequenzen zum Einsatz. Die Reizstromtherapie dient primär der Kräftigung der Muskulatur. Empfohlen wird eine tägliche Behandlung im Umfang von 30 Minuten über einen Zeitraum von mindestens sechs Wochen.
Letzte Aktualisierung am 04.08.2009.