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Sport: Zwischen Gesundheitsbewusstsein und Sucht

Sport sollte engagiert, aber maßvoll betrieben werden

„Bewegung ist gesund!", sagen die Einen, „Sport ist Mord!", die Anderen. Wirklich falsch ist keine der beiden Aussagen. Zunächst sollte natürlich jeder Mensch Sport treiben, sich an der frischen Luft bewegen und so Knochen und Muskulatur stärken, das Herz-Kreislauf-System in Schwung bringen, Stress abbauen und Übergewicht mit all seinen negativen Begleiterscheinungen und Folgeerkrankungen vorbeugen beziehungsweise bekämpfen. Wer sich viel bewegt und aktiv ist, profitiert in puncto Lebensqualität von den positiven Auswirkungen auf Körper und Geist. Doch was, wenn es zu viel wird?


Die dunkle Seite der Sportbegeisterung wird in jedem Fall dann erreicht, wenn aus der Freizeitbeschäftigung, dem Hobby ein auszehrendes Leistungskarussell wird, eine gefühlte oder reale Verpflichtung zu ständigen Höchstanstrengungen unter dauerhaftem Leistungsdruck. Bei allem Verständnis für Kampfansagen an die überschüssigen Pfunde dürfen Sport und Schönheitswahn nicht in gesundheitsgefährdende Belastungen umschlagen. Besonders gefährdet sind natürlich Menschen, die beruflich vom Sport leben, an Wettkämpfen teilnehmen und ihr Geld mit ihrer Fitness verdienen. Schnell kann hier nur ein kleiner Leistungsknick existenzbedrohend werden. Nicht wenige setzen daher auf immer noch mehr Training und immer noch mehr Gewichtsverlust, um die hohen Anforderungen im Konkurrenzkampf mit anderen Athleten zu erfüllen. Die Folge: Aus Schlankheitswahn können gesundheitliche Probleme bis hin zur Magersucht entstehen. Auch die Psyche leidet unter dem enormen Druck von innen und außen. Sport kann dann, überspitzt formuliert, wirklich „Mord" sein.

Doch nicht nur diejenigen, die beruflich dem Sport nachgehen, können in eine gefährliche Suchtspirale verfallen. Auch im Hobbybereich können Fitness und das Streben nach gesellschaftlicher Anerkennung ähnliche Entwicklungen auslösen. Wer gerne und regelmäßig ins Fitnessstudio geht, um sich gesund und fit zu halten und dadurch ein besseres Lebensgefühl erreicht, tut dies in erster Linie für sich selbst. Doch dann gibt es auch diejenigen, die sich aufpumpen oder schlank trainieren, weil der gesellschaftliche Druck im Hinblick auf ein zu erreichendes Schönheitsideal immer größer wird. Sport wird dann nicht nur als Teil einer gesunden Lebensweise gesehen, sondern als Voraussetzung für Erfolg im Beruf, Familie und Freundeskreis. Auch hier entsteht eine Drucksituation, die Menschen zu Höchstleistungen treibt. Es gibt durchaus Opfer dieser Entwicklung, die sich täglich stundenlang an den Geräten quälen.

Das Schreckgespenst Sportsucht sollte jetzt freilich niemanden davon abhalten, maßvoll aber engagiert etwas für seine Gesundheit zu tun. Der Körper, aber auch die Psyche profitieren von sportlicher Betätigung und jedes Erfolgserlebnis verbessert auch das Selbstbewusstsein. Die Lebensqualität sollte sich durch aktive Bewegung steigern, nicht verringern. Wer merkt, dass die eigene Leistungsgrenze erreicht ist, sollte aufhören. Wer sich quält, wird irgendwann den Spaß an der Bewegung verlieren - oder dem Wahn verfallen. Man sollte sich immer vor Augen führen, dass man Sport für die eigene Gesundheit treibt und nicht alleine aufgrund der Meinung anderer.


« Wenn Hände und Füße einschlafen

Letzte Aktualisierung am 13.09.2011.

Sport: Zwischen Gesundheitsbewusstsein und Sucht

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