In den meisten Fällen kann die Diagnose schon aufgrund der beschriebenen Beschwerden und dem Untersuchungsbefund gestellt werden. Zudem wird eine Röntgenaufnahme des Fußes meist im Stehen angefertigt. Hierbei kann man einen, den Hallux valgus häufig begleitenden, Spreizfuß deutlich erkennen. Zusätzlich fällt im fortgeschrittenen Zustand eine Großzehengrundgelenksarthrose im Röntgenbild auf. Knochenauswuchse (Exostosen) am inneren Anteil des ersten Mittelfußköpfchens lassen die Druckbeschwerden in Schuhen erklären. Die Haut über diesem Bereich erscheint gereizt, gerötet und entzündlich verändert.
Therapie
In vielen Fällen können konservative Therapiemethoden, wie beispielsweise Krankengymnastik, das Tragen von Schlaufensandalen oder das Anlagen einer Nachtschiene zumindest eine Verschlimmerung des Hallux valgus verhindern. Im Falle von Entzündungen im Bereich der Druckstellen kann diesen durch entzündungshemmende Maßnahmen, wie feuchte Umschläge, Salbenverbände, oder Kortisonspritzen entgegengewirkt werden.
Bei schmerzhaften oder großen Druckschwielen empfehlen Orthopäden meist jedoch einen kleinen operativen Engriff (Korrekturosteotomie), bei dem ein Teil des Mittelfußköpfchens abgetragen wird (Operation nach Chevron oder Austin). Diese Art der Operation ist jedoch nur dann angebracht, wenn noch keine Arthose und nur eine geringe Fehlstellung des Gelenkes bestehen. Meist wird die bei jüngeren Patienten angewandt.
Insgesamt sind etwa 150 verschiedene Operationstechniken zur Behandlung eines Hallux valgus bekannt. Bei älteren Patienten wird im Gegensatz zur Korekturosteotomie meist eine komplette Entfernung des Mittelfußköpfchens (Resektionsarthroplastik nach Keller-Brandes) oder eine Osteotomie des ersten Mittefußknochens (Hohmann Keilosteotomie) vorgenommen. Bei sehr starker Zehenabweichung wird hingegen der gesamte Knochenvorsprung entfernt und eine Knochendurchtrennung des Mittelfußknochens durchgeführt.
Zur Begradigung des Fußes wird ein Keil aus dem Fußknochen entnommen (Base-Wedge-Operation). Anschließend erfolgt eine Verschraubung. Hier ist eine bis zu acht Wochen dauernde Teilentlastung der Großzehe notwendig. Die Wahl des richtigen Operationsverfahrens hängt neben dem Alter des Patienten und dessen zugrunde liegenden Beschwerden auch in hohem Maße von der Erfahrung des Operateurs ab. Um einem Hallux valgus vorzubeugen, sollten Schuhe mit genügend Zehenspielraum und flachem Absatz getragen werden. Zudem empfiehlt sich eine regelmäßige Zehengymnastik, bei der die Großzehe abgespreizt wird.
Prognose
Im Allgemeinen ist die langfristige Prognose eines Hallux valgus bei richtiger Diagnosestellung und entsprechender Wahl des Operationsverfahrens grundsätzlich sehr gut. Jedoch spielen auch das Tragen des entsprechenden Schuhwerkes und eine korrekte Nachbehandlung eine wichtige Rolle für die Entwicklung der Erkranlung.
Letzte Aktualisierung am 12.10.2009.