Mit der Behandlung eins angeborenen Klumpfußes muss sobald wie möglich nach der Geburt begonnen werden. Jedoch ist diese auch bei frühzeitigem Beginn oft schwierig und langwierig.
Die Wahl der richtigen Therapie eines Klumpfußes richtet sich nach dessen Ursache und dem Schweregrad der Fußfehlstellung.
Es existieren eine Vielzahl verschiedener Behandlungsmöglichkeiten:
Konservativ
Klumpfußgips:
Für dessen Modellierung ist der klassische Gips den modernen Kunststoffen überlegen. Man legt beim Klumpfuß grundsätzlich Ober- und nicht Unterschenkelgipse an, da einerseits eine bessere Redression des Fußes nach außen möglich ist, andererseits der Unterschenkelgips leicht nach unten rutschen kann und dann Druckstellen verursacht. Damit der Fuß nach außen redressiert werden kann, muss das Kniegelenk um mindestens 60 Grad gebeugt sein.
Klumpfußbehandlung nach Ponseti:In den letzten Jahren hat die Redressionstherapie nach Ignacio Ponseti sehr gute Ergebnisse bei der Behandlung des Klumpfußes aufgezeigt. Die Behandlung nach Ponseti erfolgt schrittweise und besteht in einer speziellen manuelle Redression des Fußes nach anatomischen Gesichtspunkten vor. Oft kann bereits nach drei bis acht Gipsen eine komplette Korrektur ohne Operation erreicht werden. Nach Abschluss der Gipsredression erfolgt für drei Monate die Anlage einer speziellen Schiene, die vorerst ganztägig angelegt werden soll. Nach drei Monaten wird sie dann bis zum Erreichen des vierten Lebensjahres nur noch nachts angelegt.
Diese langwierige Korrekturphase ist für den Therapieerfolg absolut notwendig. Die nach dieser Methode behandelten Kinder akzeptieren das Tragen der Schiene meist problemlos. Nach Ponseti behandelte Klumpfüße benötigen keine Krankengymnastik. In Amerika und mittlerweile auch in Europa findet die Ponseti-Methode großen Zulauf und aktuelle Studien belegen, dass sie mindestens ebenso erfolgreich wie andere Therapiekonzepte ist, und eine Operation meist überflüssig macht. Die Ponseti-Methode wird heute auch von den Krankenkassen als Behandlungsmethode des Klumpfußes akzeptiert.
Klumpfußbehandlung "dreidimensionale, manuelle Fußtherapie" nach Zukunft-Huber:
Diese Behandlungsmethode des Klumpfußes erfolgt konservativ und ohne Gipsbehandlung mit manuellen Manipulationsgriffen und einer speziellen Fußbinde. Dabei wird nach vier unterschiedlichen Schweregraden der Fehlstellung unterschieden. Die Grade eins und zwei können ohne operativen Eingriff behandelt werden. Bei Grad drei sind zum Teil operative Eingriffe erforderlich, bei Grad vier muss immer operiert werden.
Einlagen: Die Behandlung eines Klumpfußes mit Einlagen erfolgt nach dem 3-Punkt Korrektursystem und richtet sich nach der Position der Ferse, dem Würfelbein und dem Kopf des ersten Mittelfußknochens und der Großzehe. Je physiologischer die Korrekturabdrücke angepasst werden, desto besser ist die Korrekturmöglichkeit des Klumpfußes. Nach der Anpassung der Einlage ist eine nochmalige Kontrolle der Gesamtstellung notwendig.
Anti Varus Schuh:Der Anti-Varus-Schuh ist im Bereich des Mittelfußes enger als ein normaler Schuh und korrigiert dadurch das Abweichen des Fußes nach außen(Abduktion).
Zudem existiert eine Vielzahl fixierender und funktionelle Orthesen, die in der Behandlung des Klumpfußes unterstützend eingesetzt werden können. Diese sind meist aus einem leicht flexiblen Material wie beispielsweise Ortholen, Vitrathen oder Polyethylen. Die Verschlüsse zu Fixierung des Beines in der Orthese müssen immer gut gepolstert und vor allem breit genug sein, da durch zu enge oder falsch anliegende Orthesen der Lymph- und Blutkreislauf des Kindes beeinträchtigt werden kann.
Operativ
Ab einem Alter von drei Monaten sollte eine operative Korrektur aller konservativ nicht redressierbaren Strukturen des Fußes erfolgen. Dieses Alter wird heute allgemein als idealer Zeitpunkt für eine Operation des Klumpfußes angesehen. Der Eingriff besteht in einer Verlängerung der Achillessehne, einem so genannten ausgedehnten „posterior release". Des Weiteren wird die Aufrichtung zwischen Talus und Calcaneus korrigiert.
Treten zudem Fehlstellungen der Mittelfußknochen auf (vor allem des Os naviculare), muss außerdem ein so genanntes „medial release" mit Durchtrennung der Bänder zwischen Talus und Mittelfußknochen erfolgen.Unter Umständen kann dabei auch eine Verlängerung der Sehne des Musculus. tibialis posterior notwendig werden. Ziel der Operation ist die möglichst vollständige Reposition aller Komponenten.
Prognose
Wird beim Klumpfuß frühzeitig mit einer kontinuierlichen Behandlung begonnen, ist die Prognose der Erkrankung sehr gut. Mit einer langfristigen Therapie können meist sehr gute Ergebnisse erzielt werden. Unbehandelt bleibt ein Klumpfuß jedoch bestehen und kann sich im Verlauf der Entwicklung immer weiter verschlechtern.
Letzte Aktualisierung am 08.10.2009.