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Hüftarthrose - Ursachen



Welche Ursachen gibt es?

Für die Entstehung einer Hüftarthrose sind weit mehr als hundert verschiedene Ursachen bekannt. In der Regel unterscheidet man zwischen der primären und der sekundären Arthrose, um die Arthrose hinsichtlich der Ursache besser differenzieren zu können. Von einer primären Arthrose spricht man, wenn sich eine Arthrose ohne ersichtlichen Auslöser entwickelt (unbekannte Ursache, in den meisten Fällen der Fall). Als sekundäre Arthrose bezeichnet man hingegen eine Arthrose, die aufgrund bestimmter Grunderkrankungen wie Durchblutungsstörungen, Fehlbelastungen, individuellen Entzündungsprozessen oder fehlerhaft angelegter Hüftpfanne oder Schenkelhals entsteht. Nachfolgend sind die häufigsten Ursachen aufgelistet, die für eine Entstehung einer Hüftgelenksarthrose verantwortlich gemacht werden können:

  • Angeborene Fehlbildungen bzw. Formstörung (Hüftdysplasie): Bei einer angeborenen Hüftddysplasie ist das so genannte Pfannendach, welches den Hüftkopf eng umschließt, unvollständig ausgebildet. Die Hüftpfanne ist entweder zu flach oder der Schenkelhalswinkel zu steil. Das bedeutet wiederum, dass das Pfannendach den Hüftkopf nicht vollständig überdeckt, so das die Last nur von einem kleinen Teil des Gelenkes getragen wird. Der Hüftkopf kann dadurch nach oben gleiten oder sogar völlig aus der Gelenkpfanne heraustreten (Hüftluxation). Durch die übermäßige Belastung ist das Pfannendach besonders empfindlich gegenüber einer Arthroseentwicklung. Es kommt zu einem Frühverschleiß des Hüftgelenkes. Solche Fehlstellungen sollten daher frühzeitig operativ korrigiert werden.

  • Perthes Krankheit (Morbus Perthes): Der Morbus Perthes ist eine Erkrankung im Kindes- und Jugendalter, welches durch Durchblutungsstörungen und Störungen des Knorpel- und Knochenwachstums hervorgerufen wird. Es handelt sich vielmehr um eine Durchblutungsstörung des kindlichen Hüftkopfes mit zunehmender Verformung des Hüftkopfes. Die Erkrankung ist mit der Hüftkopfnekrose vergleichbar. Da der Morbus Perthes aber in der Wachstumsphase auftritt, können Inkongruenzen durch das noch bestehende Wachstum wieder ausgeglichen werden.

  • Stoffwechselstörungen: Vor allem der Diabetes mellitus kann zu Veränderungen der Blutgefäße führen und dadurch Durchblutungsstörungen im Bereich des Hüftkopfes verursachen. In der Folge kommt es zu einer Minderversorgung, welches beispielsweise eine Hüftkopfverformung oder im schlimmsten Fall eine Hüftkopfnekrose hervorrufen kann.

  • Gicht: Gichtpatienten weisen einen erhöhten Harnsäuregehalt im Blut auf. Bei einem Harnsäuregehalt von > 8 mg/dl kommt es zu einer Ablagerung so genannter Harnsäurekristalle (Uratkristalle) im Gelenk. Durch diese Kristalle wird die eigentlich glatte Oberfläche des Gelenkes zerstört.

  • bakterielle Entzündungen / bakterielle Coxitis: Hierunter gehören alle bakteriell verursachten Infektionen des Hüftgelenks. Theoretisch kann eine bakterielle Coxitis bei allen Menschen auftreten, allerdings ist das Erkrankungsrisiko bei Kindern und Patienten mit einem künstlichen Hüftgelenk deutlich erhöht. Über das Blut verschleppte Bakterien (z.B. bei einer Mandelentzündung durch Verschleppung der Bakterien über den Blutweg) können sich in der Gelenkflüssigkeit (Synovia) ansiedeln und vermehren. Hier können sie zu einer bakteriellen Gelenkentzündung führen. Durch die Entzündung ist der Stoffwechsel stark gesteigert, so das vermehrt Stoffwechselendprodukte anfallen, die aus dem langsam am Allgemeinstoffwechsel teilnehmenden Gelenkspalt nur verzögert entfernt werden können. Vor allem saure Abfallprodukte können den Knorpel nachhaltig schädigen. Eine Gelenkentzündung kann aber auch nach einer Gelenkpunktion oder Gelenkoperation auftreten.

  • Epiphyseolysis capitis femoris (bei Kindern und Jugendlichen zwischen dem 10. und 16. Lebensjahr): Beim Kind ist der Hüftkopf durch die Wachstumsfuge getrennt. Der Hüftkopf und der Schenkelhals sind noch nicht durchgehend knöchern verbunden. Kommt es in der Wachstumsfuge schließlich zu einer Lockerung zwischen Femurhals und -kopf, so kann sich daraus eine Trennung und Verschiebung ergeben. Der Schenkelhals wandert dadurch bei Belastung nach vorn oben, wobei der Hüftkopf in der Hüftpfanne festgehalten wird. Die akute Epiphysenlösung ist einer der wenigen Notfälle in der Orthopädie. In diesem Fall muss die Epiphyse schnellstmöglich reponiert werden. Das heißt also, dass der abgerutschte Hüftkopf, schnell wieder in seine ursprüngliche Lage gebracht werden muss. Bei Frühdiagnose und operativer Therapie ist die Prognose als gut einzustufen.

  • Hüftkopfnekrose: Hierbei handelt es sich um eine örtliche Durchblutungsstörung des Hüftkopfes, wodurch eine Verformung des Hüftkopfes resultiert. Durch die folgende Inkongruenz von Hüftkopf und Hüftpfanne kommt es kurzfristig zur Entwicklung einer Hüftarthrose.

  • Gelenkchondromatose: Die Erkrankung wird durch eine Umwandlung von Schleimhautgewebe in Knorpelzellen hervorgerufen. Es werden Knorpelkugeln gebildet, die als freie Gelenkkörper die Mechanik des Gelenkes stören.

  • Osteoradionekrose: Hierbei handelt es sich um das Absterben des Hüftkopfes aufgrund von Durchblutungsstörung (Hüftkopfnekrose) infolge einer Bestrahlung eines hüftgelenknahen Bereichs in der Tumortherapie.

  • Protrusio acetabuli: Unter der Protrusio acetabuli versteht man das Vorwölben der Hüftpfanne in das Becken. Die Erkrankung findet man häufig in Kombination mit rheumatischen Erkrankungen.

  • Rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis, Rheumatismus): Die Erkrankung beginnt primär an der Innenhaut der Gelenke (Synovia). Hierbei handelt es sich um eine chronische Entzündung, bei der Substanzen freigesetzt werden, die das eigene Gelenk angreifen und letztlich auch zerstören.

  • Verletzungen des Hüftgelenkes: Auch Knochenbrüche im Bereich der Hüftpfanne oder des Schenkelhalses sowie Verrenkungen nach Unfällen im Hüftbereich, können die Entstehung einer Hüftarthrose begünstigen. Jede Formveränderung mindert die Gelenkfunktion.

  • Gelenkfehlstellungen: Für jedes Gelenk existieren Idealachsen. Befindet sich das Gelenk in der Idealachse, so sind die am Gelenk ansetzenden Kräfte optimal verteilt. Ist die Gelenkstellung jedoch gestört, so kommt es zu einer erhöhten Belastung an bestimmten Stellen und dadurch zu einem Knorpelabrieb.

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Letzte Aktualisierung am 08.10.2009.

Orthopäde
Portrait Dr. med. Hein Kleihues, OZS - Orthopädisches Zentrum Spreebogen, westklinik Dahlem, Berlin, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. med. H. Kleihues
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
in 10559 Berlin
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