Grundsätzlich werden drei verschiedene Ursachen einer Hüftdysplasie unterschieden:
Das Hüftgelenk besteht beim Neugeborenen, im Gegensatz zum Kleinkind, Kind, Jugendlichen oder Erwachsenen, aus Knorpel. Während der normalen Entwicklung wird im Säuglingsalter (3. bis 9. Lebensmonat) die Knorpelsubstanz fortlaufend durch Knochensubstanz ersetzt. Eine richtige Stellung von Hüftkopf zu Hüftpfanne ist für die regelmäßige Verknöcherung (Ossifikation) des Hüftgelenks unerlässlich, da die bei Bewegungen des Hüftgelenks entstehenden Kräfte und Belastungen die Verknöcherung fördern. Ist nämlich die Stellung von Hüftkopf und Hüftpfanne nicht korrekt (Fehlstellung), so kommt es ohne Korrektur zu einer Verknöcherung der Fehlstellung. Zum Teil bilden sich Hüftpfanne und Hüftkopf nicht regelrecht in Form und Größe aus. Mittelfristig führt dies zu einer mangelhaften Funktion des Hüftgelenks mit nachfolgender Schädigung und Zerstörung (Arthrose).
Eine Dysplasie kann auch durch Entwicklungsstörungen der knorpeligen Anlage des Hüftgelenks hervorgerufen werden. Fällt die knorpelige Anlage der Hüftgelenkspfanne zu klein aus, so kann der ebenfalls noch knorpelige Hüftkopf, auch bei anfänglich richtiger Position in der Hüftgelenkspfanne, nicht mit ausreichender Sicherheit in der richtigen (zentrierten) Position gehalten werden. In der Folge wird das Herausrutschen des Hüftkopfes aus der zentrierten Position in der Hüftgelenkspfanne erleichtert. Das leichte Herausrutschen wird als Subluxation (Teilverrenkung), das vollständige Herausrutschen als Luxation (Verrenkung) bezeichnet.