Bei leichteren Formen der Hüftgelenkfehlbildung reicht es meistens aus, das Kind konsequent breit zu wickeln. Durch moderne Windelsysteme wird das Wickeln von Säuglingen in gespreizter Beinhaltung unterstützt. Auch das Tragen im Babytragetuch kann Dysplasien entgegenwirken. Man sollte hierbei unbedingt auf einen Steg achten, der die Beine korrekt abspreizt, er sollte von Kniekehle zu Kniekehle reichen und eine Abspreizung von 30 bis 45 Grad beidseitig (also pro Seite) ergeben. Zudem dürfen die Beine nicht herabhängen. Das Baby sollte vielmehr im Tragetuch hocken. Es stehen folgende Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:
Durch eine frühzeitige Therapie einer Hüftdysplasie kann das Pfannendach noch nachreifen und dadurch eine Hüftarthrose verhindert werden. Zu den konservativen Therapiemaßnahmen gehören:
Ausreifungsbehandlung
Bei dieser Behandlung versucht man durch gezielte Stellung des Hüftkopfes in der Hüftpfanne das Wachstum des „dysplastischen" Pfannendaches günstig zu beeinflussen. Hierfür kommen verschiedene Hilfsmittel in Frage. Meist wird die Spreizhose oder die Hüftbeugeschiene angewendet. Dadurch wird das Hüftgelenk abgespreizt und stark gebeugt, wodurch sich der Hüftkopf tief in die Hüftpfanne einstellt. Das Gelenk wird dadurch zum vollständigen Nachreifen gebracht. Diese Therapie ist nur innerhalb der ersten 12 Monate sinnvoll. Zur Anwendung kommt dieses Verfahren beim Dysplasietyp 2a-c.
geschlossene Reposition (Wiedereinkugeln des Hüftgelenkes)
Die Reposition wird bei einer höchergradigen Hüftdysplasie (Typ 2d-4) und bei älteren Kindern durchgeführt. In diesen Fällen reicht eine alleinige Abspreizbehandlung nicht aus. Hierbei wird der Hüftkopf wieder in die Hüftpfanne zurückgebracht. Zuerst wird das Gelenk eingerenkt, entweder rasch in Kurznarkose oder über 3 Wochen in einem Streckverband (Overheadextension) und anschließend mit Gipsverband, Schienen oder Bandagen ruhig gestellt. Dazu eignet sich beispielsweise die Bandage nach Pavlik. Dadurch erreicht man eine fixierte Position des Hüftkopfes, dem wiederum eine Durchblutungsstörung folgen kann. Es können Teile des Hüftkopfes absterben und die Funktion des Hüftgelenkes kann dauerhaft negativ beeinflusst werden. Daher ist hier Vorsicht geboten. Eine völlige Heilung ist dabei nicht gewährleistet.
Fixierung
Kann das Repositionsergebnis nicht gehalten werden, so kommen Fixierungen durch Schienen und Gips in Frage. Häufig wird der so genannte Fettweiß-Gips angewendet. Hierbei wird das Hüftgelenk 100 - 110º gebeugt und etwa 45º abgespreizt. Dieser Gipstyp wird in der Regel von den Kindern gut toleriert.
Bei schweren Veränderungen kann unter Umständen eine Operation notwendig sein, so dass die Hüftköpfe wieder in die Pfannen hineinrutschen können. In der Regel werden operative Maßnahmen erst nach Versagen der oben genannten konservativen Therapien durchgeführt. Dabei werden häufig Eingriffe im Bereich des Pfannendaches mit Stellungskorrekturen des Hüftkopfes am Schenkelhals kombiniert. Häufig werden folgende Hüftkorrekturverfahren am Becken durchgeführt:
Aufgrund der anatomischen Begebenheiten werden im Kindesalter vor allem die Salter - Osteotomie durchgeführt (Grenze 8. Lebensjahr), während jenseits des 8. Lebensjahres bis zum Erwachsenenalter die Tripple - Osteotomie durchgeführt wird. Ziel aller operativen Verfahren ist die bessere Überdachung des Hüftkopfes, damit die Last sich über einen größeren Anteil des Hüftkopfes verteilt.