Die klinische Untersuchung kann in den Anfangsstadien der Erkrankung unauffällig sein. Mit fortschreitendem Stadium kommt es zu den typischen Beschwerden, die oben aufgelistet sind. Bei der klinischen Untersuchung fällt meist ein hinkendes Gangbild auf.
Es macht sich vor allem eine zunehmende Bewegungseinschränkung des Hüftgelenkes bemerkbar. Zudem kommt es zu einer Einschränkung in der Abspreiz- und Drehbeweglichkeit im Hüftgelenk, so dass es zu einem positiven Viererzeichen kommt. Zunächst sind Innenrotation und Abduktion eingeschränkt, später auch die Beugung und Streckung. Zusätzlich kann eine Beinlängendifferenz durch eine Adduktionskontraktur oder durch den Kollaps der Epiphyse vorliegen.
Die verschiedenen Stadien können vor allem im Röntgenbild gut voneinander abgegrenzt werden. In der Frühphase der Erkrankung kann die Diagnose einer Morbus Perthes lediglich mit dem MRT (Magnetresonanztomographie) sicher gestellt werden.
Typische Veränderungen im Röntgenbild:
- Initialstadium
Scheinbare Gelenkspaltverbreiterung im Hüftgelenk.
- Kondensationsstadium
Im Röntgenbild ist hier eine Verdichtung der Knochensubstanz zu erkennen.
- Fragmentationsstadium
Erkennbar ist ein scholliger Zerfall der Hüftkopfepiphyse.
- Reperationsstadium
Allmähliche Wieder-Verknöcherung des Hüftkopfes.
- Ausheilungsstadium
Alle Umbauprozesse sind abgeschlossen. Unter Umständen kann eine Deformierung des Hüftkopfes festgestellt werden, wenn es in der Reperationsphase zu Fehlbelastungen gekommen ist.
Im Initialstadium kann die Diagnose meist nur durch eine Magnetresonanztomographie (MRT) gestellt werden. Dies bedeutet jedoch bei kleineren Kindern eine Vollnarkose. Da die Initialphase jedoch nur wenige Wochen andauert und die Beschwerden sich häufigerst in der Kondensationsphase einstellen, kommt es auch erst dann zur Diagnose. Hier reichen dann Röntgenbilder in zwei Ebenen. Nur fortgeschrittene Veränderungen sind im Röntgenbild erkennbar. Im Verdachtsfall kommt daher meist die MRT (Magnetresonanztomographie) zum Einsatz.
Bei ausgeprägtem Befall oder erhöhtem Risiko der Kinder muss die Bildgebung mindestens alle vier Monate wiederholt werden bis das Regenerationsstadium erreicht ist. Eine weitere Deformierung ist ab hier nicht mehr zu erwarten, abgesehen von einem Trochanterhochstand. Dieser sollte auf jeden Fall durch eine Verödung der Wachstumsfuge im Wachstum gebremst werden, damit sich kein hinkendes Gangbild entwickelt.
Differentialdiagnose
Wichtige Differentialdiagnosen des Morbus Perthes sind:
- Coxitis fugax (Hüftschnupfen)
- bakterielle Coxitis (Hüftentzündung)
- juvenile idiopathische Arthritis
- Osteomyelitis
- kongenitale Gelenkdysplasie
- Chondroblastom
- so genannter Luxationsperthes
- Hypothyreose
- Cortison-induzierte Hüftkopfnekrose
- Tumore
Letzte Aktualisierung am 08.10.2009.