Durch eine Behandlung soll die Schulter wieder stabilisiert werden, so dass keine Ausrenkungen (Luxationen) und keine Schmerzen mehr auftreten. Dazu können nichtoperative (konservative) Maßnahmen dienen. Reichen sie nicht mehr aus oder ergeben sich weitere Probleme, so kann eine Operation angezeigt sein.
Konservative Therapie
Die nichtoperative Behandlung besteht im Wesentlichen daraus, die Schultermuskeln aufzubauen, damit sie die Stabilität der Schulter gewährleisten. Der Muskelaufbau geschieht durch krankengymnastische Übungen unter Anleitung sowie auch im Alltag zu Hause. Um erneute Luxationen (Ausrenkungen) zu verhindern, kann eine Bandage getragen werden.
Operation
Operative Eingriffe zur Stabilisierung der Schulter werden meist als Gelenkspiegelung (Arthroskopie) vorgenommen. Über kleine Einschnitte an der Haut werden eine feine Optik sowie die eigentlichen Operationsinstrumente eingeführt. Manchmal ist noch eine offene Operation notwendig.
Bei der Operation werden die Strukturen, die für die Instabilität verantwortlich sind, repariert oder rekonstruiert. An einer zu weiten oder geschädigten Gelenkkapsel erfolgt eine Straffung oder Naht. Sehnen oder Bänder können ebenfalls vernäht werden, manchmal erfolgt eine Befestigung am Knochen mit speziellen Stiften. In einigen Fällen kann es notwendig sein, auch den Knochen an der Gelenkpfanne oder am Oberarmkopf wieder aufzubauen. Hierbei kann körpereigenes Material aus dem Beckenknochen verwendet werden.
Je älter der Patient ist, desto weniger wahrscheinlich ist eine erneute Verrenkung der Schulter. Eine konservative Behandlung der Schulterinstabilität mit Muskelaufbau ist gerade bei jüngeren Betroffenen häufig nur vorübergehend erfolgreich. Außerdem können sich Erkrankungen wie das Impingement-Syndrom (Engpasssyndrom) ergeben. Eine Operation zur Stabilisierung der Schulter ist oft notwendig. In der Regel ist das betroffene Schultergelenk dann stabil. Eine Operation kann verschleißbedingte Folgeschäden eindämmen. Dennoch kann es später zu einem erneuten Auftreten (Rezidiv) der Verrenkung (Luxation) beziehungsweise Instabilität kommen.