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Rückenschmerzen - Ursachen



Welche Ursachen können Rückenschmerzen haben?

Rückenschmerzen beziehungsweise Kreuzschmerzen sind zum weit überwiegenden Teil der Fälle nicht durch eine bestimmte Krankheit verursacht. Es handelt sich dann um unspezifische oder funktionelle Rückenschmerzen. Sie stehen im Gegensatz zu spezifischen Schmerzen, die ein Symptom einer vorliegenden Erkrankung darstellen. Die genaue Ursache für unspezifische Rückenschmerzen ist oft nicht bekannt. Wenn es nicht zu Folgeerkrankungen kommt, gehen die Schmerzen meist nach einiger Zeit wieder zurück.

Für solche Rückenschmerzen kann häufig ein Bewegungsmangel verantwortlich gemacht werden. In weiten Teilen der Gesellschaft betätigen sich die Menschen körperlich nur wenig. Viele Personen sitzen im Alltag mehr, als dass sie stehen, gehen oder einer körperlichen Tätigkeit nachgehen. Eine zu geringe Belastung des Rückens führt zu mehreren Gegebenheiten, die bei der Entstehung von Schmerzen eine Rolle spielen können. Die Rückenmuskulatur wird schwach, die Bänder können sich verkürzen oder auch schlaff werden. Die Wirbelsäule kann instabil werden. Nicht zuletzt auch eine strikte körperliche Schonung, die bei Rückenbeschwerden eingehalten wird, kann durch den Mangel an Bewegung zu einer Verstärkung der Schmerzen führen.

Im umgekehrten Fall können unspezifische Rückenschmerzen jedoch auch nach einer zu starken Belastung vorkommen. Die Umstände, die zu der Belastung führen, sind beispielsweise das Hochheben und Tragen schwerer Gegenstände, Arbeiten bei ständig gebeugtem Rücken oder über dem Kopf oder bestimmte sportliche Aktivitäten. Schon eine Fehlhaltung des Rückens im Alltag wird für viele Menschen zum Problem. Bei einer Überlastung des Rückens spielt auch ein hohes Körpergewicht eine Rolle, welches wiederum meist mit einem Bewegungsmangel in Zusammenhang steht. Des Weiteren kann der Rücken von Schwangeren strapaziert sein.

Nicht zu vernachlässigen ist die mögliche psychische (psychosomatische) Komponente bei Rückenschmerzen. Sie treten nämlich auch bei Stress, psychischer Belastung, Depressionen, Ängsten und weiteren seelischen Beeinträchtigungen häufiger auf.

Selbstverständlich können Rückenschmerzen oder Kreuzschmerzen auch eine feststellbare organische Erkrankung als Ursache haben. Allgemein sind Erkrankungen wie ein Bandscheibenvorfall als Ursache für Rückenbeschwerden weit bekannter als der Umstand, dass ein Bewegungsmangel zu Schmerzen führen kann. Das widerspricht der Tatsache, dass Bewegungsmangel eigentlich viel häufiger den Grund der Rückenschmerzen darstellt als eine spezielle körperliche Krankheit. Es ist anzunehmen, dass solche Krankheiten für den Verstand greifbarer sind. Eine große Anzahl von krankhaften Veränderungen kann die Rückenschmerzen bedingen. Es handelt sich oft um verschleißbedingte Veränderungen, aber auch andere Leiden und sogar einige innere Erkrankungen können zu Rückenschmerzen führen. Die spezifischen Rückenschmerzen können aufgrund folgender Erkrankungen entstehen:

  • Wirbelgelenksarthrose (Gelenkverschleiß zwischen zwei Wirbeln, Spondylarthrose, Facettensyndrom)
  • Osteoporose (Knochenschwund), bei der häufig ein Bruch (Fraktur) im Wirbelkörper entsteht
  • Spondylose (abnutzungsbedingte Veränderungen der Wirbelknochen und Bandscheiben)
  • Bandscheibenvorfall (Austritt von Bandscheibengewebe zwischen den Wirbelkörpern, der zur Einengung von Nerven führen kann)
  • Nerveneinklemmung anderer Ursache
  • Verengung des Rückenmarkkanals (Wirbelkanalstenose)
  • Verformungen der Wirbelsäule (Skoliose = Verkrümmung zur Seite, Lordose = Hohlrücken/Verkrümmung nach vorne, Kyphose = Rundrücken/Verkrümmung nach hinten, beispielsweise beim Morbus Scheuermann) sowie Beinlängenunterschiede
  • Blockierung von Wirbeln oder des Gelenks zwischen Kreuzbein und Becken (Ileosakralgelenksyndrom)
  • Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans), der zur Wirbelsäulenversteifung führt
  • Weitere rheumatische Erkrankungen
  • Vermehrung von Knochengewebe (Morbus Paget)
  • Wirbelgleiten (Spondylolisthese)
  • Spina bifida (Hervortreten von Gewebe aus dem Rückenmarkskanal, die Extremform ist der „offene Rücken)
  • Infektionen, z. B. Borreliose, Gürtelrose, Syphilis, sowie auch Abszesse (abgekapselte Vereiterungen)
  • Nervenentzündung beim Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Nervenkrankheiten wie z. B. die Funikuläre Myelose
  • Durchblutungsminderung
  • Tumore, z. B. Metastasen (Tochtergeschwülste von Tumoren anderer Körperteile), Meningeom (Rückenmarkshauttumor), Neurinom (gutartiger Nervengewebstumor)
  • Verletzungen am Rücken, z. B. Wirbelbruch, Verrenkung (Luxation), Schleudertrauma, Nervendurchtrennung
  • Innere Krankheiten wie:

    • Herzkranzgefäßverengung (Koronare Herzkrankheit, KHK)
    • Herzinfarkt
    • Hauptschlagader-Erweiterung (Aortenaneurysma)
    • Lungenembolie (Verlegung eines Lungengefäßes)
    • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
    • Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) und Gallenkoliken
    • Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) und Nierenkoliken
    • Rippenfell-Entzündung (Pleuritis)
    • Entzündung von Eierstock und Eileiter (Adnexitis)

  • Weitere Erkrankungen als seltene Ursache für Rückenschmerzen

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Letzte Aktualisierung am 08.10.2009.

Orthopäde
Portrait Dr. med. Hein Kleihues, OZS - Orthopädisches Zentrum Spreebogen, westklinik Dahlem, Berlin, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. med. H. Kleihues
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
in 10559 Berlin
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