Definitionsgemäß liegt eine Skoliose vor, wenn die Wirbelsäulenverkrümmung zur Seite hin 10 Grad oder mehr beträgt. Die Verkrümmung betrifft normalerweise die Brustwirbelsäule (thorakale Skoliose), die Lendenwirbelsäule (lumbale Skoliose) oder den Übergangsbereich zwischen Brust- und Lendenwirbelsäule (thorakolumbale Skoliose). In aller Regel kommt es zu einer kompensatorischen Verkrümmung zur Gegenseite in einem jeweils anderen Bereich der Wirbelsäule, so dass eine S-förmige Skoliose vorliegt. Zudem findet sich eine Verdrehung der Wirbelsäule. Am häufigsten findet sich interessanterweise eine nach rechts zeigende Krümmung der Brustwirbelsäule.
Schmerzen treten bei Patienten mit Skoliose nicht wesentlich häufiger auf als bei Menschen ohne Verkrümmung der Wirbelsäule. Meist wird nur die Formveränderung durch die Skoliose bemerkt. Bei stärkerer Skoliose kann die Verziehung im Rücken direkt gesehen werden. Oft zeichnen sich die Dornfortsätze der Wirbelknochen durch die Haut in einer ungeraden Linie ab. Bei geringerer Skoliose kann die Verkrümmung beim Vorbeugen des Rumpfes indirekt auffällig werden, wenn sich ein einseitiger Buckel bildet. Auch können die Schultern unterschiedlich hoch stehen. Eine sehr hochgradige Skoliose führt durch die Krümmung und den Längenverlust zu einer Enge im Brustraum und Bauchraum. Atemeinschränkungen können beispielsweise die Folge sein. Auch eine Einengung des Wirbelkanals (Wirbelkanalstenose) oder ein Druck auf Nerven an anderen Stellen ist in schweren Fällen möglich. Hierdurch kann es zu Nervenausfällen und Schmerzen kommen.
Bei Skoliose kann es durch die Belastung aufgrund der Fehlstellung der Wirbelsäule längerfristig zu einem vermehrten Verschleiß kommen. Daher kann es z. B. zur Arthrose der Wirbelsäule (so genanntes Facettensyndrom), aber auch manchmal im Hüftgelenk oder Kniegelenk kommen.