Bei einer Schultergelenkssprengung ist die Wahl der Therapie abhängig vom Schweregrad der Verletzung, den Beschwerden und dem Aktivitätsgrad des Patienten. Wie bei vielen Verletzungen besteht auch hier die Möglichkeit einer konservativen oder operativen Therapie. Der Arm wird in erster Linie in einer Schonhaltung vor dem Bauch stabilisiert (Sofortmaßnahme). Die Betroffenen haben dadurch meist keine starken Schmerzen mehr. Zudem sollte man so schnell wie möglich mit einem Eisbeutel kühlen, um die Schmerzen und Schwellung zu verringern.
Konservative Behandlung
Die Schultergelenkssprengung wird bei Zerrungen oder Teilverletzungen des Schultergelenks (Schweregrade I und II) in der Regel konservativ, also ohne Operation, behandelt. Die konservative Therapie besteht hauptsächlich darin, das Schultergelenk wenige Tage ruhig zu stellen. Sind keine Schmerzen mehr vorhanden, so schließt sich die Krankengymnastik an.
Empfohlen wird zudem die bedarfsabhängige, kurzfristige, schmerz- und entzündungshemmende Einnahme von NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika), wie z.B. Diclofenac oder Ibuprofen. Die Therapie sollte zusätzlich durch eine Eisbehandlung des Schultergelenks unterstützt werden. Bei starken Schmerzen kann die Ruhigstellung auch in einem Schulterarmverband, z.B. Gilchrist-Verband, erfolgen.
Operative Behandlung
Verletzungen von Grad III und IV, also bei vollständiger Zerreißung aller Bänder, werden in der Regel operativ versorgt (bei Grad III kann unter Umständen auch noch eine konservative Behandlung durchgeführt werden). Eine Operation ist besonders bei jungen und körperlich aktiven Sportlern zu empfehlen. Es gibt verschiedene operative Verfahren die angewandt werden können und sich in der Art der Schultereckgelenkstabilisierung unterscheiden. Optional ist die Rekonstruktion des Kapsel- /Bandapparates, wobei man meist die gerissenen Strukturen einer Selbstheilung überlässt. Zu den operativen Therapiemöglichkeiten gehören: