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Schultergelenkssprenung - Therapie



Welche Therapie wird eingesetzt?

Bei einer Schultergelenkssprengung ist die Wahl der Therapie abhängig vom Schweregrad der Verletzung, den Beschwerden und dem Aktivitätsgrad des Patienten. Wie bei vielen Verletzungen besteht auch hier die Möglichkeit einer konservativen oder operativen Therapie. Der Arm wird in erster Linie in einer Schonhaltung vor dem Bauch stabilisiert (Sofortmaßnahme). Die Betroffenen haben dadurch meist keine starken Schmerzen mehr. Zudem sollte man so schnell wie möglich mit einem Eisbeutel kühlen, um die Schmerzen und Schwellung zu verringern.

Konservative Behandlung

Die Schultergelenkssprengung wird bei Zerrungen oder Teilverletzungen des Schultergelenks (Schweregrade I und II) in der Regel konservativ, also ohne Operation, behandelt. Die konservative Therapie besteht hauptsächlich darin, das Schultergelenk wenige Tage ruhig zu stellen. Sind keine Schmerzen mehr vorhanden, so schließt sich die Krankengymnastik an.

Empfohlen wird zudem die bedarfsabhängige, kurzfristige, schmerz- und entzündungshemmende Einnahme von NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika), wie z.B. Diclofenac oder Ibuprofen. Die Therapie sollte zusätzlich durch eine Eisbehandlung des Schultergelenks unterstützt werden. Bei starken Schmerzen kann die Ruhigstellung auch in einem Schulterarmverband, z.B. Gilchrist-Verband, erfolgen.

Operative Behandlung

Verletzungen von Grad III und IV, also bei vollständiger Zerreißung aller Bänder, werden in der Regel operativ versorgt (bei Grad III kann unter Umständen auch noch eine konservative Behandlung durchgeführt werden). Eine Operation ist besonders bei jungen und körperlich aktiven Sportlern zu empfehlen. Es gibt verschiedene operative Verfahren die angewandt werden können und sich in der Art der Schultereckgelenkstabilisierung unterscheiden. Optional ist die Rekonstruktion des Kapsel- /Bandapparates, wobei man meist die gerissenen Strukturen einer Selbstheilung überlässt. Zu den operativen Therapiemöglichkeiten gehören:

  • Befestigende Naht: Hierbei handelt es sich um einen sich langsam auflösenden, stabilen Faden (z.B. PDS Kordel), welches unter dem Korakoid herumgeführt wird und unter Einrichtung des Schultereckgelenkes auf dem Schlüsselbeinende befestigt wird. Vorteil dieser Technik ist die gute Schulterbeweglichkeit und das Vermeiden einer Metallimplantation. Eine mögliche Gefahr ist jedoch das erneute Hochsteigen des Schlüsselbeins und eventuell eine Nervenverletzung (Nervus musculocutaneus).

  • Hakenplatte: Unter das Acromion wird eine Metallplatte mit ihrem gebogenem Ende geschoben. Mit ihrem geraden Anteil wird die Platte unter Einrichtung des Schultereckgelenkes auf dem seitlichen Schlüsselbeinende durch Verschraubung befestigt. Hierbei handelt es sich um eine sehr stabile Verbindung. Ein wesentlicher Nachteil ist die Bewegungseinschränkung der Schulter und die erforderliche Metallentfernung nach etwa 6 Wochen.

  • Zuggurtung: Durch ein oder zwei Kirschner-Drähte wird die Gelenkstabilisierung erreicht. Die Drähte werden durch die Gelenkpartner von Acromion und Schlüsselbein eingebracht und dort befestigt. Auch hier handelt es sich um eine sehr stabile Methode. Nachteil ist jedoch, dass es zu einem Metallbruch, einer Metallwanderung und Bewegungseinschränkung kommen kann.

  • Verschraubung: Vom seitlichen Schlüsselbeinende wird eine Schraube in das Korakoid eingeführt und das eingerichtete Schultereckgelenk somit stabilisiert. Hierbei handelt es sich auch um eine stabile Methode. Leider besteht hier die Gefahr der Schraubenlockerung, des Schraubenbruchs und des Schlüsselbeinbruches. Zudem muss man mit einer wesentlichen Bewegungseinschränkung rechnen.

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Letzte Aktualisierung am 12.10.2009.

Verletzungen Schulter

Verletzungen an der Schulter

Orthopäde
Portrait Dr. med. Hein Kleihues, OZS - Orthopädisches Zentrum Spreebogen, westklinik Dahlem, Berlin, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. med. H. Kleihues
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
in 10559 Berlin
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