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Schleudertraume - Therapie und Prognose



Welche Therapie wird eingesetzt?

Die Therapie ist abhängig von der Schwere der Verletzung. Heute verordnet man in der Regel eine kurze Schonzeit von bis zu drei Tagen. Der Patient sollte in diesen Tagen anstrengende Arbeiten, langes Sitzen, starke Erschütterungen etc. vermeiden. Bei leichten Verletzungen reichen in der Regel eine kurzfristige, medikamentöse Therapie der Schmerzen (z.B. durch nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), Paracetamol oder Opioide) und krankengymnastische Übungen aus, um die Beschwerden zu lindern. Im Akutstadium sollten kräftige Massagen und manipulative Behandlungen unterlassen werden, da sie in diesem Stadium zu einer Zunahme der Beschwerden führen.

Bestehen dagegen langwierige und ausgeprägte Beschwerden durch ein Schleudertrauma, so ist in diesem Fall eine gut koordinierte Kombinationsbehandlung aus antidepressiven Medikamenten, kognitiver Verhaltenstherapie und Physiotherapie sinnvoll. Auch die psychotraumatologische Komponente trägt wesentlich zur Symptomatik und zum Krankheitsverlauf bei, so dass verschiedene Reaktionen des Körpers und Trauma-Symptome zur Chronifizierung der körperlichen Beschwerden führen. Somit kann auch ein kleiner Unfall, Reaktionen aus früheren Unfällen reaktivieren. Zur Behandlung dieser Komponenten hat sich die Somatic Experiencing-Traumatherapie bewährt.

Bei einem Schleudertrauma ist die Anlage einer Halskrawatte, auch Schanz'sche Krawatte genannt, nicht sinnvoll. Die Halsmuskeln verlieren nämlich durch eine zu lange Ruhigstellung leicht an Kraft und können die Wirbelsäule weniger gut stabilisieren. Es kommt eher zu einer Verschlimmerung der Beschwerden. Man sollte daher möglichst schnell zu den alltäglichen Aktivitäten zurückkehren. Auch die Anwendung von Akupunktur kann sich bei dauerhaften Verspannungen als schmerzlindernd auswirken. Jede Therapie orientiert sich an den jeweiligen individuellen Beschwerden, so dass man hier auch von einer symptomatischen Therapie des Schleudertraumas spricht.

Prognose

In der Regel vergehen die Schmerzen und die Steifheit des Nackens durch ein Schleudertrauma nach wenigen Tagen oder Wochen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Neurologie dauert die Heilung im Durchschnitt einen Monat. Wichtig für eine rasche Heilung ist die fühzeitige Behandlung. Nach einem Schleudertrauma kommt es nur selten zu Spätfolgen (nur bei 2-3 Prozent der Patienten), das Risiko ist also relativ gering. Es gibt aber auch Fälle, in denen die Patienten jahrelang mit den Folgen eines chronischen Schleudertraumas konfrontiert sind. Der Heilungsprozess wird vor allem durch folgende Faktoren verzögert bzw. negativ beeinflusst:

  • höheres Lebensalter
  • weibliches Geschlecht
  • schwere Vorschäden der Halswirbelsäule
  • Druckempfindlichkeit der Hals-Nackenmuskulatur
  • psychische Erkrankungen

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Letzte Aktualisierung am 12.10.2009.

Verletzungen Wirbelsäule

Verletzungen an der Wirbelsäule

Orthopäde
Portrait Dr. med. Hein Kleihues, OZS - Orthopädisches Zentrum Spreebogen, westklinik Dahlem, Berlin, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. med. H. Kleihues
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
in 10559 Berlin
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