Unter einem Schleudertrauma versteht man eine Verletzung der Weichteile der Halswirbelsäule (HWS), welches meistens durch plötzliche Überstreckung oder Beugung verursacht wird (häufig bei einem Auffahrunfall). Durch die unvorhergesehene starke äußere Krafteinwirkung entstehen Distorsionen, schmerzhafte Steilhaltungen, Gefäßverletzungen und Muskelverspannungen im Bereich der Nacken- und Halsmuskulatur. Unter Umständen können auch Einrisse des vorderen Längsbandes, beziehungsweise Verletzungen der Bandscheibe auftreten. Beim Schleudertrauma liegt stets eine Stauchung (Verrenkung, Zerrung) der Halswirbelsäule (HWS) zu Grunde.
Nach einem Schleudertrauma klagen einige Patienten über dauerhafte Beschwerden und entwickeln ein so genanntes chronisches Schleudertrauma-Syndrom. Bislang ist unklar, in welchem Ausmaß ein solches Schleudertrauma-Syndrom von seelischen, körperlichen und/oder sozio-kulturellen Ursachen hervorgerufen wird. Der Beschwerdekomplex kann von Land zu Land sehr unterschiedlich aussehen. Besonders häufig kommt die HWS-Zerrung in Deutschland und der Schweiz vor. Im Ausland wird die Erkrankung daher auch unter dem Begriff „the german disease" geführt. Ein Schleudertrauma lässt sich nicht immer äußerlich nachweisen, so dass dieses Krankheitsbild in Bezug auf die Schmerzensgeldklagen immer wieder stark umstritten erscheint.
Je nach Ausmaß der Beschwerden werden Schleudertraumata in fünf verschiedene Schweregrade (0 bis IV) eingeteilt.