Bei einer angeborenen oder erworbenen X- oder O-Beinfehlstellung ist vorrangiges Behandlungsziel, die Vermeidung einer Arthrose. Ist hingegen eine Arthrose bereits eingetreten, so soll ihre Verschlimmerung verhindert werden. Bei Kindern ist eine spontane Besserung der O- oder X-Beine möglich. Tritt jedoch keine Besserung bis zum Ende des Wachstums auf, so kann man durch chirurgische Eingriffe auf Höhe des Knies den Stand verbessern.
Bei einer X- oder O-Beinfehlstellung kann die verstärkte einseitige Gelenkbelastung durch eine Korrektur der Beinachsen verhindert werden. Dadurch wird der Druck wieder gleichmäßig auf beide Gelenkflächen verteilt. Arthroskopische Maßnahmen können die Beinachse nicht beeinflussen. Im Gegenteil, durch eine Teilentfernung oder Entfernung des Meniskus auf der betroffenen Seite kann die Fehlstellung sogar eher noch zunehmen.
Operative Therapie
Die Korrektur erfolgt in der Regel immer am Scheitelpunkt der Fehlstellung. Bei einer Varusgonarthrose, also einer O-Beinverbiegung, wird die Korrektur am Schienbeinkopf durchgeführt. Besteht hingegen eine Valgusgonarthrose, eine X-Beinfehlstellung, so ist meistens eine Korrektur am Oberschenkel erforderlich.
Bei der Durchführung einer Achskorrektur wird der Knochen mit speziellen Knochenmeißeln und einer so genannten oszillierenden Säge durchtrennt, um entweder ein Knochenkeil zu entnehmen oder einen Keil einzusetzen. Dieser Knochenschnitt (Osteotomie) wird bis zur Ausheilung entweder mit Platten und Schrauben oder Knochenklammern gesichert. Eine derartige Osteotomie muss im Prinzip wie ein Knochenbruch wieder zusammenheilen, welches normalerweise 6-8 Wochen dauern kann.
Voraussetzung für eine Umstellungsosteotomie ist, dass der in Zukunft verstärkt belastete Teil des Gelenkes weitgehend intakt ist. Im Falle einer fortgeschrittenen Arthrose ist eine Korrektur der Beinachse nicht sinnvoll.