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Knorpelschäden - Klassifikation



Wie werden Knorpelschäden unterteilt?

Die unterschiedliche Ausprägung des Knorpelschadens zeigt sich speziell anhand der Magnetresonanztomographie (MRT) und als Operationsbefund. Im klinischen Alltag ist die Outerbridge-Klassifikation gebräuchlich. Sie orientiert sich am arthroskopischen Befund des Knorpelschadens.

  • Grad I: intakte Oberfläche mit leichter Erweichung, eventuell zusätzlichen oberflächlichen Rissen und Fissuren, Verfärbung des Knorpels
  • Grad II: Risse im Knorpel, abnormaler Knorpel mit einer Läsionstiefe < 50 Prozent der Knorpeldicke
  • Grad III: Läsionstiefe > 50 Prozent, je nach Abstufung kann der Knorpedefekt bis zur Knochenschicht reichen.
  • Grad IV: vollständige Knorpelläsion, der Knorpel liegt komplett frei - so genannte „Knorpelglatze"

Klassifikation von Knorpeldefekten nach Outerbridge

Oberflächlicher Knorpelschaden

Ein erweichter Knorpel (Grad I nach Outerbridge) kann als Folge einer Überlastung entstehen, Hier besteht keine spezifische Behandlungsmöglichkeit. In der Regel verursachen Knorpeldefekte, die in den oberflächlichen Schichten liegen (Grad II nach Outerbridge), kaum Beschwerden und werden dementsprechend belassen. Finden sich jedoch bei der Arthroskopie lose Knorpelanteile, welche in das Gelenk hinein ragen, so werden diese mit einer speziellen Fräse geglättet (Knorpelglättung/Chondroplastik), um ein Fortschreiten oder eine Gelenkreizung zu verhindern.

Mittelgradiger Knorpelschaden

Hierbei handelt es sich um tiefe Knorpeldefekte, die am Grund noch eine knorpelige Schicht aufweisen (Grad III nach Outerbridge). Diese Defekte werden in der Regel im Rahmen eines arthroskopischen Eingriffes geglättet und insbesondere der Randwall hierbei stabilisiert (Knorpelglättung/ Chondroplastik). Unter Umständen kann jedoch auch eine Knorpelersatztherapie durchgeführt werden.

Tiefer Knorpelschaden

Knorpelschäden mit freiliegendem Knochen am Grund (Grad IV nach Outerbridge) werden in der Regel durch Knorpelersatz therapiert. Bei kleineren Defekten wird das Verfahren der so genannten Mikrofrakturierung durchgeführt. Hierbei wird im Rahmen der Arthroskopie der Knochen am Boden des Knorpeldefektes punktförmig eröffnet. Aus den Knochenöffnungen kommt es zu einer Einblutung in den Knorpeldefekt, bis der Defekt von einem Blutpfropf ausgefüllt ist. Mit dem Blut gelangen so genannte Stammzellen in den Defekt und sind in der Lage, eine Heilung des Gewebes unter Bildung einer Knorpelnarbe anzuregen. Mit diesem Verfahren werden alsi die körpereigenen Reparaturmechanismen angeregt. Jedoch unterscheidet sich dieser Ersatzknorpel (so genannter Faserknorpel) hinsichtlich seiner mechanischen Eigenschaften als auch seiner Struktur von dem ursprünglichen (hyalinen) Gelenkknorpel. Dieses Ersatzgewebe reicht jedoch bei kleinen Knorpeldefekten aus, um die Beschwerden zu verringern.

Ein alternatives Verfahren ist die Knochenfräsung (Abrasionsarthroplastik). Hier wird der frei liegende Knochen angefräst, um die oben genannten Reparaturmechanismen zu aktivieren. Sie wird eher bei großflächigen Knorpeldefekten, z.B. im Rahmen einer Kniegelenksarthrose, durchgeführt.


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Letzte Aktualisierung am 07.10.2009.

Orthopäde
Portrait Dr. med. Hein Kleihues, OZS - Orthopädisches Zentrum Spreebogen, westklinik Dahlem, Berlin, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. med. H. Kleihues
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
in 10559 Berlin
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