Knorpelschäden - Konservative Therapie
Welche konservativen Therapiemethoden werden angewendet?
Die konservative Behandlung hat sich in den letzten Jahren stark erweitert. Neben medikamentösen Therapieformen- angefangen von der oralen Schmerztherapie bis zur Gelenkinjektion, spielen auch die physiotherapeutische Behandlung, Einlagen, entlastende Orthesen u.a. eine große Rolle. Ziel der konservativen Therapie ist vor allem die Funktionsverbesserung des Gelenkes und ein „Abbremsen" des Fortschreitens des Knorpelschadens. Des Weiteren soll eine Schmerzlinderung erreicht werden. Insgesamt soll die Gehstrecke und Beweglichkeit gesteigert und somit eine Verbesserung der Lebensqualität erzielt werden.
Bei der medikamentösen Behandlung kommen vor allem NSAR (nicht steroidale Antirheumatika) und Corticoide eingesetzt. NSAR wie Ibuprofen, Diclofenac und Cox-2-Hemmer hemmen die Entzündung im Gelenk und mindern somit das Risiko einer entzündungsbedingten Schädigung des Gelenkknorpels. Neben diesen rein symptomatisch wirkenden Medikamenten gibt es auch Medikamente, die über die Einnahmezeit hinaus eine günstige Wirkung auf das Gelenk zu entfalten. Hierzu gehören die Hyaluronsäure und Glukosamin/Chondroitin.
- Hyaluronsäure: Hyaluronsäure ist Bestandteil der körpereigenen Gelenkschmiere und verfügt über eine hohe Wasserbindungskapazität. Zudem wirkt sich die Hyaluronsäure günstig auf die Zusammensetzung des Gelenkknorpels. Diese Präparate werden in das betroffene Gelenk injiziert. Dabei werden 3-5 Injektionen in wöchentlichem Abstand in das Gelenk gespritzt und können dort 6 bis 12 Monate Wirkung zeigen. Hyaluronsäure verleiht dem Gelenkknorpel Elastizität und Stabilität.
- Glucosamin und Chondroitin: Glucosaminsulfat ist ein wichtiger Bestandteil der Glykane im Gelenkknorpel. Als Medikament bzw. Nahrungsergänzungsstoff fördert es in Kombination mit Chondroitin die Bildung von Proteoglykanen in den Knorpelzellen. Dadurch wird eine Strukturverbesserung des Gelenkknorpels erreicht.
- Orthokin: Bei der Orthokin-Therapie wird der biologische Gegenspieler von Interleukin genutzt. Der Eiweißstoff Interleukin spielt eine wesentliche Rolle bei der Entstehung der Arthrose. Sie schädigt den Knorpel und wird von Arthrose-Patienten im Übermaß gebildet. Um diesem Zustand entgegenzuwirken werden im Blut vorhandene Interleukin-Rezeptorantagonisten und weitere regenerative Proteine als individuelles Medikament für den Patienten hergestellt. Dazu wird dem Patienten Blut entnommen und im Labor so aufbereitet, dass mehrere Spritzen mit der natürlichen Proteinlösung zur Verfügung stehen. Hier sind die Schutzproteine in hoher Konzentration enthalten und werden in das betroffene Gelenk injiziert, wo sie ihre entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung entfalten. Dadurch kann der fortschreitende Prozess der Knorpelschädigung günstig beeinflusst werden.
Auch physiotherapeutische und physikalische Therapiemaßnahmen spielen eine wichtige Rolle bei der konservativen Behandlung.
- Physiotherapie: Die physiotherapeutische Behandlung ist eine unverzichtbare Begleitmaßnahme aller Therapieformen. Durch gezielte Übungen wird das betroffene Gelenk mobilisiert, eine Muskelkräftigung und eine Muskeldehnung der verkürzten Muskulatur erreicht. Zudem können manualtherapeutische Behandlungen ein freies Gelenkspiel fördern und Blockierungen lösen. Unterstützend können noch physikalische Therapieverfahren wie Hydro- und Balneotherapie zur Anwendung kommen.
- Orthopädische Versorgung: Die moderne Orthopädietechnik besitzt geeignete Hilfsmittel zur Behandlung von Knorpelschäden. Zur Anwendung kommen vor allem Orthesen, die stabilisierend wirken. Sie werden nach Maß angepasst und führen im Alltag zu einer deutlichen Verbesserung der Bewegungs- und Belastungsfähigkeit des betroffenen Gelenkes. Zudem können Schutzrichtungen an Konfektionsschuhen, Fersenkissen, Einlagen und Pufferabsätze, unnötige Fehlbelastungen vermindern.
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Letzte Aktualisierung am 07.10.2009.