Ein Knick-Senkfuß ist in der Regel leicht durch eine Untersuchung der Füße festzustellen und bedarf in der Regel keiner Therapie. Dazu wird durch den behandelnden Arzt zunächst das innere Fußgewölbe begutachtet, das abgeflacht beziehungsweise zum Teil auch komplett aufgehoben ist. Der Vorfuß ist beim Knick-Senkfuß abgespreizt und die X-Stellung der Fersen ist verstärkt.
Zudem existieren verschiedene Funktionstests, mit deren Hilfe eine normal veränderte Fußstellung von einer krankhaften abgegrenzt werden kann:
- Der Zehenspitzenstand: Dabei richtet sich beim häufigeren, flexiblen Knick-Senkfuß das das Fußgewölbe auf.
- Ein Podogramm (Fußabdruck) anhand dessen die Fußsilhouette dargestellt werden kann
- Eine Überprüfung der Beweglichkeit in den Fußgelenken: Die Fußgelenke sind im Normalfall ohne Schmerzen beweglich.
Ein Röntgenbild des Fußes muss nur in seltenen Fällen, bei einem steifem oder sehr schwerem kindlichen Knick-Senkfuß mit Beschwerden, durchgeführt werden, um andere Ursachen der Fehlhaltung auszuschließen. Zudem müssen vor allem in den ersten Lebensjahren in Zweifelsfällen Verlaufkontrollen in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden.
Differentialdiagnose
Ein Knick-Senkfuß bereitet in der Regel nur selten Beschwerden. Bei starken Schmerzen sollten allerdings andere Fehlstellungen des Fußes ausgeschlossen werden. Insbesondere sollte auf einen angeborenen Plattfuß, sowie eine Verschmelzung einzelner Fußknochenanteile (Synostosen) geachtet werden.
Therapie
Bis zu einem gewissen Grad ist ein Knick-Senkfuß im Kindesalter als normal anzusehen und benötigt in den meisten Fällen keine Therapie, da sich das Fußgewölbe mit der Reifung des Skeletts häufig von selbst aufrichtet. Kinder sollten dazu angehalten werden, viel barfuß laufen und Fußgymnastik durchzuführen. Nur ausgeprägte Formen, die den Betroffenen in seiner Bewegung einschränken oder auch nach dem siebten Lebensjahr bestehen bleiben, sind krankhaft und müssen behandelt werden. Wird eine Therapie des Knick-Senkfußes notwendig, werden zunächst konservative Behandlungsmöglichkeiten mit Schuheinlagen und Krankengymnastik (Physiotherapie) eingeleitet. Bei übergewichtigen (adipösen) Kindern sollten zudem eine Ernährungsberatung und Diät durchgeführt werden.
Die operative Therapie eines kindlichen Knick-Senkfußes sollte nur dann erfolgen, wenn nach einer jahrelangen konservative Therapie keine Besserung zeigt. Dabei kommen zwei Operationstechniken in Betracht: Die Weichteil-Operation, die eine Unterstützung der Fußmuskeln bewirken soll, und die knöcherne Operation, die bei schwerem Knick-Senkfuß in Verbindung mit neurologischen Grunderkrankungen die Methode der Wahl ist. Der Entstehung eines Knick-Senkfußes kann nur bedingt vorgebeugt werden, da er bei Kindern aufgrund der typischen Fußanatomie auftritt. Viel Barfußlaufen, besonders auf Naturboden sowie bequeme, nicht zu enge Schuhe können jedoch die natürliche Ausreifung des kindlichen Skeletts unterstützen.
Prognose
Die Prognose des Knick-Senkfußes ist im Normalfall auch ohne Therapie sehr gut, da es bis zum Schulalter meist zu einer Spontankorrektur kommt. Bei schweren Formen des Knick-Senkfußes ist allerdings mit einem langjährigen Verlauf zu rechnen. Einlagen müssen bis zu drei Jahren getragen werden.
Letzte Aktualisierung am 12.10.2009.