In den meisten Fällen ergibt sich die Normalisierung der Sichelfußhaltung im Verlauf der Entwicklung von selbst. Bleibt eine Verbesserung der Fehlstellung jedoch aus, wird bei Säuglingen zunächst eine so genannte manuelle Korrektur der Fehlstellung vorgenommen. Dabei wird der Fuß vom Kinderarzt oder den Eltern immer wieder schonend in seine Normalposition geführt. Auch das Bestreichen des äußeren Fußrandes kann eine aktive Bewegung des Fußes in eine normale Ausrichtung fördern. Die Verwendung von Schaumstoffringen an den Unterschenkeln des Säuglings kann zudem verhindern, dass die Füße des Kindes auf dem Außenrand aufliegen.
Wenn der Mittelfuß des Kindes von der Fehlstellung mit betroffen ist, müssen oft korrigierende Gipsverbände (Redressionsverbände) angelegt werden. In den meisten Fällen reichen jedoch etwa drei Wochen aus, um die Fehlstellung durch diese Verbände zu korrigieren. Danach ist das nächtliche Tragen von so genannten Lagerungsschalen über mehrere Wochen erforderlich, um den Sichelfuß ausreichend zu therapieren. Wenn die Kinder zu laufen beginnen, und immer noch eine Sichelstellung sichtbar ist, können auch so genannte Antivarusschuhe vom Kinderarzt verschrieben. Der Fuß wird dann mit dem festen Schuh nach außen gestellt und somit wird langsam eine Korrektur der Fußfehlstellung erreicht.
Nur in seltenen Fällen ist eine Operation, eine so genannte Korrekturosteotomie, erforderlich, um den Fuß wieder in Normalstellung zu bringen. Dabei wird meist die Ansatzsehne der Großzehenmuskels (Musculus adductor hallucis) durchtrennt.
Als weitere operative Möglichkeit können auch verschiedene Gelenkkapseln im Bereich des Mittelfußes entfernt werden. Der Fuß muss dann vorübergehend mit Drähten fixiert werden. Eltern können der Entstehung oder der Verschlechterung eines Sichelfußes vorbeugen, indem sie darauf achten, dass der Säugling seine Füße in Bauchlage nicht nach innen verdreht.
Prognose
Die Prognose eines Sichelfußes ist sehr gut. Meist bildet sich diese Fußfehlstellung von selbst zurück, ohne dass eine Therapie erforderlich ist. Tritt hingegen keine Spontanheilung ein, besteht die Gefahr, dass sich der Mittelfuß versteift und so zu einer frühzeitigen Abnutzung von Sprung- und Kniegelenk führt. Bei Verdacht auf eine Sichelfußstellung sollte deshalb immer mit dem behandelnden Arzt über die Notwendigkeit einer Behandlung gesprochen werden.
Letzte Aktualisierung am 12.10.2009.