Anzeige

Sehnenscheidenentzündung - Diagnose



Diagnose einer Sehnenscheidenentzündung

Der Arzt erhält schon in einem Gespräch mit dem Patienten (Anamnese) deutliche Hinweise darauf, dass es sich um eine Sehnenscheidenentzündung handeln kann. Dies wird in einer körperlichen Untersuchung überprüft. Hier zeigen sich vor allem bei der Bewegung typische Auffälligkeiten wie z. B. ein Ruckeln, außerdem ist ein Druckschmerz feststellbar. Manchmal sind weitere Untersuchungen sinnvoll, beispielsweise ein Röntgen und eine Blutanalyse auf verschiedene Entzündungsparameter.


Differenzialdiagnose

Ausgeschlossen werden müssen Schmerzen, die durch Gelenkerkrankungen verursacht werden, z. B. Gelenkrheuma oder Arthrose (Gelenkverschleiß). Es können vor allem in Bereichen ohne Sehnenscheide eine Sehnenentzündung (Tendinitis) oder Schmerzen am Sehnenansatz vorliegen.

Therapie der Sehnenscheidenentzündung

Die Sehnenscheidenentzündung wird in aller Regel mit nichtoperativen (konservativen) Maßnahmen therapiert. Sie reichen normalerweise zur Besserung der Beschwerden aus. Nur in Ausnahmefällen kann eine Operation angebracht sein. Langfristig sollte der Patient zu intensive Belastungen der betroffenen Sehne meiden.

Konservative Therapie

Der betroffene Bereich muss geschont werden. Meist wird die Hand mit einer Schiene für eine gewisse Zeit ruhig gestellt. Unterstützende Maßnahmen sind z. B. Anwendungen von Wärme oder Kälte. Medikamente können hilfreich sein, vor allem die schmerzlindernden und entzündungshemmenden Mittel aus der Gruppe der NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika). Cortison oder auch örtliche Betäubungsmittel können über eine Spritze gegeben werden. Medikamente werden nicht selten in Salbenform aufgetragen. Als spezielle Methode kann unter Umständen eine Stoßwellenbehandlung (ESWT = extrakorporale Stoßwellentherapie) vorgenommen werden.

Noch bedeutsamer als die akute Behandlung der Sehnenscheidenentzündung ist die Vorbeugung eines erneuten Auftretens. Der Patient muss die auslösende Beanspruchung vermindern. Bei beginnenden Schmerzen sollte eine Pause eingelegt werden. Zudem können Bewegungstraining und Krankengymnastik die Gefahr eines Wiederauftretens vermindern.

Operation

Eine Operation wird sehr selten durchgeführt. Meist handelt es sich um eine Auftrennung der Sehnenscheide bei einer Verengung.

Prognose der Sehnenscheidenentzündung

Die Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) kann vor allem bei bleibender Beanspruchung einen chronischen Verlauf nehmen (englisch: Repetitive Strain Injury = RSI) und manchmal zu Spätfolgen wie z. B. dem Krankheitsbild des schnellenden Fingers führen. Mit den vorliegenden Behandlungsmaßnahmen lässt sich die Erkrankung in aller Regel eindämmen. Bei speziellen Ursachen wie z. B. Rheuma ist die Prognose tendenziell schlechter. Der Betroffene muss nach einer abgelaufenen Sehnenscheidenentzündung verhindern, dass es zu einem erneuten Auftreten (Rezidiv) der Erkrankung kommt.


« Sehnenscheidenentzündung

Letzte Aktualisierung am 08.10.2009.

Orthopäde
Portrait Dr. med. Hein Kleihues, OZS - Orthopädisches Zentrum Spreebogen, westklinik Dahlem, Berlin, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. med. H. Kleihues
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
in 10559 Berlin
Alle anzeigen Zufall
Anzeige
Anzeige