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Schulterverrenkung - Therapie und Prognose



Welche Therapie wird angewendet?

Erstes Ziel ist es, die ausgerenkte Schulter baldmöglichst wieder in eine regelrechte Position zu bringen. Aufgrund der beim Einrenken bestehenden heftigen Schmerzen werden nach Möglichkeit Schmerzmedikamente oder sogar eine Betäubung oder Narkose verabreicht. Die Einrenkung (Reposition) kann mit verschiedenen Handgriffen vorgenommen werden:

  • Reposition nach Hippokrates - bei liegendem Patienten legt der Arzt seinen Fuß unter die Schulter und zieht den ausgestreckten Arm zu sich hin
  • Reposition nach Arlt - dazu sitzt der Patient auf einem Stuhl und hängt den Arm mit gebeugtem Ellenbogen über die Lehne, woraufhin der Arzt einen Zug ausübt
  • Reposition nach Kocher - der nicht ganz flach liegende Patient beugt den Ellenbogen, und der Arzt führt drei verschiedene Handgriffe aus
  • Reposition nach Manes - der Patient legt seine Arme um die angewinkelten Beine, sie werden festgebunden, und der Oberkörper wird mit Druck auf den Oberarmkopf zurückgezogen

Bei wiederkehrender (habitueller) Verrenkung des Schultergelenks kann der Patient oft selbst den Arm in die richtige Lage zurückbringen.

Nach der Einrenkung des Armes wird meist ein Verband angelegt, um eine Schonung des Schultergelenks zu erhalten. Der Patient bekommt spezielle Krankengymnastik. Bei Schmerzen können entsprechende Medikamente eingenommen werden.

Eine Operation bei Schulterluxation wird oft vorgenommen, wenn es sich um eine verletzungsbedingte (traumatische) Verrenkung handelt, die zum ersten Mal eintrat. Sie erfolgt meist in einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) und beinhaltet die Versorgung der jeweiligen Schäden, z. B. durch Naht oder Knochenzusammenfügung. Auch bei wiederholten (habituellen) Verrenkungen kann eine Operation erfolgen. Die Gelenkkapsel und weitere Strukturen werden gestrafft.

Prognose der Schulterverrenkung

Die Aussichten nach einer Verrenkung (Luxation) der Schulter sind von Fall zu Fall unterschiedlich. Es können Schäden an diversen Strukturen eintreten, die auch dauerhaft bestehen bleiben können. Daher sollte eine Einrenkung des Armes rasch erfolgen. Nicht selten besteht die Tendenz, häufiger eine erneute Luxation zu erleiden (habituelle Luxation, Instabilität der Schulter). Nach einer Operation bleibt der Oberarmknochen aber zumindest in den meisten Fällen in der richtigen Position.


« Schulterverrenkung - Symptome und Diagnose

Letzte Aktualisierung am 08.10.2009.

Orthopäde
Portrait Dr. med. Hein Kleihues, OZS - Orthopädisches Zentrum Spreebogen, westklinik Dahlem, Berlin, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. med. H. Kleihues
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
in 10559 Berlin
Alle anzeigen Zufall
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