Die Therapie erfolgt anhand des Schweregrades der Scheuermann-Erkrankung. In den allermeisten Fällen genügen nichtoperative (konservative) Maßnahmen, die Chirurgie ist Spezialfällen vorbehalten.
Konservative Therapie
In erster Linie erfolgt eine Krankengymnastik, auch sollte der Patient geeigneten körperlichen Aktivitäten nachgehen. Er sollte in bestimmten Bereichen auch seinen Rücken schonen. So sollte auf einen gut angepassten Arbeitsplatz (Schreibtisch und Stuhl) geachtet werden. Bei einer starken Krümmung (über 45 Grad) kann das Tragen eines stabilisierenden und begradigenden Korsetts sinnvoll sein. Es wird im ersten Behandlungsjahr 23 Stunden täglich getragen, danach nur noch nachts. Weitere Möglichkeiten bei Schmerzen durch den Morbus Scheuermann bestehen in der Gabe von Schmerzmedikamenten oder auch in einer Elektrotherapie.
Operation
Operationen werden normalerweise erst durchgeführt, wenn bei Erwachsenen eine sehr ausgeprägte Verkrümmung über 60 Grad vorhanden ist und ein Leidensdruck aufgrund von Schmerzen, ästhetischen Nachteilen, Nervenausfällen oder Atemproblemen vorhanden ist. Die Wirbelsäule wird aufgerichtet, geschädigtes Gewebe wird entfernt. Die Stabilisierung erfolgt mit so genanntem Knochenzement oder mit Metallstäben.
In vielen Fällen ist ein Morbus Scheuermann nicht schwerwiegend und verursacht subjektiv keine deutlichen Beschwerden. Selbst eine auffällige Verkrümmung kann schmerzlos und ohne Bewegungseinschränkungen bleiben. In einigen Fällen wird der Morbus Scheuermann jedoch symptomatisch. Meist können einfache Maßnahmen wie Krankengymnastik eine stärker ausgeprägte Erkrankung verhindern. Eine so hochgradige Verkrümmung, dass eine Operation vorgenommen werden muss, ist sehr selten.
Das Fortschreiten des Morbus Scheuermann ist auf das Wachstumsalter des jungen Patienten begrenzt. Beim Erwachsenen kommen die Veränderungen durch den Morbus Scheuermann an sich zum Stillstand. Einmal eingetretene Schäden gehen aber in der Regel nicht wieder zurück. Dies können unter anderem der „Buckel", Bandscheibenschäden, eine Arthrose in der Wirbelsäule (Facettensyndrom) oder Verschleißerscheinungen an anderen Stellen sein. Diese Folgeerscheinungen können im Verlauf sogar noch zunehmen.