Die Wahl der Behandlungsmethode ist von der Schwere der Skoliose abhängig, ebenso aber auch vom Alter des Patienten. Liegt eine definitive Ursache vor, so erfolgt die Therapie immer auch in dieser Hinsicht. Das Spektrum der möglichen Behandlungen reicht von bloßer Krankengymnastik bis zu Operationen zur Wirbelsäulenbegradigung.
Konservative Therapie
Geringe Skoliosen werden in der Regel nur durch gezielte Krankengymnastik beziehungsweise ein Rückentraining behandelt. Bei einem etwas größerem Winkel (ab etwa 20 Grad) kommt das regelmäßige Tragen eines Korsetts hinzu. Der Patient muss das Korsett konsequent so lange wie möglich (23 Stunden am Tag) belassen. Die Korsettbehandlung erfolgt gewöhnlicherweise für ein bis zwei Jahre.
Operation
Eine Operation kann bei einer Skoliose ab etwa 45 Grad sinnvoll sein. Die Wirbelsäule wird dabei in eine gerade Stellung gebracht und mit Metallstäben fixiert. Auch kann es angebracht sein, ein Teil der Wirbelsäule durch so genannten Knochenzement zu versteifen. Bei äußerst starker Skoliose kann eine Behandlung durch Spezialmethoden erforderlich sein, beispielsweise das Anbringen eines Metallringes am Schädel, um für einige Wochen einen Schwerkraftzug auf die Wirbelsäule ausüben zu können.
Die Skoliose kann sehr unterschiedlich verlaufen, was hauptsächlich vom Winkel der Krümmung abhängig ist. Nach dem Eintritt in das Erwachsenenalter kommt es in der Regel nicht mehr zu einer Verschlechterung der Skoliose, und an sich verursacht eine geringere Skoliose keine Schmerzen. Allerdings können bei chronischer Verkrümmung Folgeschäden wie z. B. Gelenkverschleiß (Arthrose) oder Bandscheibenvorfälle eintreten. Eine zu starke Skoliose kann auch bei Erwachsenen noch schlimmer werden und im Extremfall zu druckbedingten Auswirkungen an den Organen (Lunge, Herz, Magen-Darm-Trakt) führen.
Die Behandlung mit Krankengymnastik und eventuell mit dem Korsett kann eine Verstärkung der Verkrümmung aufhalten. Eine Operation kann die Wirbelsäule deutlich begradigen und stabilisieren, wenn auch eine zu den Seiten hin komplett gerade Stellung nicht erreichbar ist. Nachteil der Operation ist die verminderte Beweglichkeit, die zu Gunsten der Stabilität in Kauf genommen werden muss.