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Rückenverletzungen - Therapie



Wie werden Rückenverletzungen therapiert?

Bei Rückenverletzungen erfolgt der Abtransport in eine Klinik mit einem geeigneten Rettungsmittel, insbesondere mit einem Rettungshubschrauber. Besteht der Verdacht auf eine Verletzung der Halswirbelsäule, so darf der Patient erst nach Stabilisierung der Halsgegend, z.B. mit einer Halskrause, transportiert werden. Vorsicht ist vor allem dann geboten, wenn der Verletzte über Bewegungsunfähigkeit oder Empfindungsstörungen klagt. In diesen Fällen ist vermutlich das Rückenmark bereits geschädigt. Nur durch eine vorsichtige Versorgung kann hier eine komplette Durchtrennung des Rückenmarks verhindert werden. Der Verletzte darf auf keinen Fall sitzen oder aufstehen.

Je nach Art und Schwere der Verletzung kann die Behandlung sehr unterschiedlich aussehen. Bei leichteren Verletzungen oder bei Stauchung eines Wirbelkörpers sind keine operativen Maßnahmen notwendig. Hier genügt eine konservative Behandlung mit Ruhigstellung, Schonung und physikalische Maßnahmen mit Wärme- oder Kälteanwendungen. Auch stabile Brüche können konservativ behandelt werden. Sind hingegen ein oder mehrere Wirbel gebrochen und die Bruchkanten verschoben, so wird in der Regel eine stabilisierende Operation durchgeführt. Hier besteht sonst die Gefahr, dass sich die Bruchstücke in den Rückenmarkskanal verschieben und im schlimmsten Fall das Rückenmark komplett durchtrennen. Eine komplette Durchtrennung des Rückenmarks kann leider nicht behoben werden. Durch die Operation soll der Wirbel schnellstmöglich wieder fixiert werden, um eine Verschiebung von Bruchfragmenten zu verhindern. Die Stabilisierung der Wirbelkörper erfolgt mit Schrauben, Nägel, Drähte oder Metallplatten.

Ein operativer Eingriff ist auch dann erforderlich, wenn neurologische Störungen auftreten. Wird bei einem Unfall das Rückenmark nicht durchtrennt, so bildet sich durch die Verschiebung der Wirbelknochen sehr häufig ein deutliches Ödem innerhalb des Rückenmarkkanals. Aufgrund der knöchernen Anteile der Wirbelkörper kann dieser Kanal, dem immer stärker werdenden Druck nicht mehr nachgeben. In der Folge werden die Nervenbahnen gequetscht und nicht mehr ausreichend durchblutet. Nach kurzer Zeit werden dadurch keine Nervenimpulse mehr weitergeleitet, was zu Lähmungserscheinungen oder Sensibilitätsverlust führt. Während des Eingriffs wird ein eventuell vorhandenes Hämatom (Bluterguss) entfernt, der Wirbelkanal erweitert und dadurch die Durchblutungsstörung aufgehoben. Im Anschluss erfolgt die Behandlung der Schwellung mit entzündungshemmenden und abschwellenden Medikamenten. Bei einer kompletten Rückenmarksdurchtrennung kann der Schaden nicht behoben werden. Hier konzentriert sich die Therapie meist auf unterstützende Maßnahmen.

Im Anschluss an die konservative und operative Therapie schließt sich immer eine Rehabilitation an. Diese besteht in der Regel aus krankengymnastischen Übungen.


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Letzte Aktualisierung am 12.10.2009.

Verletzungen Wirbelsäule

Verletzungen an der Wirbelsäule

Orthopäde
Portrait Dr. med. Hein Kleihues, OZS - Orthopädisches Zentrum Spreebogen, westklinik Dahlem, Berlin, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. med. H. Kleihues
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
in 10559 Berlin
Alle anzeigen Zufall
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