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Wirbelkörperbruch - ABC-Klassifikation



Was ist die ABC-Klassifikation?

Aufgrund des Entstehungsmechanismus und des Erscheinungsbildes im Röntgen oder CT-Bild lassen sich Wirbelkörperbrüche in unterschiedliche Gruppen einteilen. Die Einteilung erfolgt nach der so genannten ABC-Klassifikation. Wirbelsäulenverletzungen werden hierbei unterteilt nach der Art der Entstehung durch Kompression (A), Beugung-Überstreckung (B) und Verdrehung ( C ). Zudem kann der Grad der Einengung des Rückenmarks bestimmt werden. In die Klassifikation werden Brüche der Dorn- und Querfortsätze nicht aufgenommen.

  • Typ A: Kompressionsverletzungen
    Kompressionsverletzungen entstehen durch das Zusammenstauchen der Wirbelkörper. Es kommt zu einem mehr oder weniger ausgeprägten Bruch des Wirbelkörpers, mit Beteiligung von einem oder mehreren Bandscheiben. Je nach Ausmaß des Wirbelkörperbruchs wird die Instabilität bestimmt. So kann der Wirbelkörper beispielsweise bei einem einfachen Spalt- oder Impressionsbruch nur noch drei Viertel der normalen Last tragen. Ist jedoch mehr als die Hälfte der Wirbelkörper betroffen und dazu auch noch die Hinterkante als Abgrenzung zum Rückenmarkskanal in Mitleidenschaft gezogen, so liegt eine eindeutige Instabilität vor. Meist finden sich solche Verletzungen an der unteren Brust- und der Lendenwirbelsäule.

  • Typ B: Distraktionsverletzungen
    Hierzu gehören alle Verletzungen, die durch einen Beugungs- oder Überstreckungsmechanismus hervorgerufen werden und meist zu einer Verletzung des vorderen oder hinteren Bandapparats (hintere Säule) sowie der Bandscheiben führen. Knöcherne Beteiligungen kommen selten vor. Unter Umständen kann es zu Verschiebungen der Wirbelkörper gegeneinander kommen, wobei meist der oben liegende nach vorne gleitet. Dies gilt auch als Zeichen einer erheblichen Instabilität. Typ-B- Verletzungen kommen häufig im Bereich der Halswirbelsäule vor.

  • Typ C: Rotationsverletzungen / Verdrehungsverletzungen
    Solche Verletzungen entstehen in den meisten Fällen durch ein Zusammenwirken von Rotation, Kompression und Beugung/Überstreckung. Es handelt sich um komplexe Verletzungsmuster mit Beteiligung der vorderen und hinteren Säule. Im Röntgenbild erkennt man typischerweise den verdrehten Wirbelkörper. Durch die kombinierte Band- und Knochenverletzung liegt eine erhebliche Instabilität vor.

Aufgrund der besonderen Anatomie werden Brüche an der oberen Halswirbelsäule anders eingeteilt. Man unterscheidet hier Brüche am Kopf-Hals-Übergang, am ringförmig aussehenden ersten Halswirbelkörper sowie am Zahnfortsatz und Wirbelbogen des zweiten Halswirbelkörpers. Brüche dieser Art sind besonders gefährlich und gehen mit einem erhöhten Risiko für eine Schädigung des Rückenmarks einher. Männer sind zweieinhalb Mal häufiger von einer Wirbelsäulenverletzung betroffen als Frauen. Eine Ausnahme sind die osteoporotisch bedingten Wirbelkörperbrüche, da sie bei Frauen häufiger vorkommen. In Deutschland erleiden jährlich 40.000 Menschen einen Wirbelkörperbruch (Kompressionsfraktur der Wirbelkörper). In 20 Prozent der Fälle liegt eine zusätzliche Rückenmarksverletzung vor.


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Letzte Aktualisierung am 12.10.2009.

Verletzungen Wirbelsäule

Verletzungen an der Wirbelsäule

Orthopäde
Portrait Dr. med. Hein Kleihues, OZS - Orthopädisches Zentrum Spreebogen, westklinik Dahlem, Berlin, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. med. H. Kleihues
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
in 10559 Berlin
Alle anzeigen Zufall
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