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Schleimbeutelentzündung - Therapie



Welche Therapie Möglichkeiten gibt es?

In der Regel ist eine Schleimbeutelentzündung gut zu behandeln und heilt meist zügig aus.
Es stehen folgende Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:


Konservative Behandlung

In der Anfangsphase der Erkrankung kann die Behandlung konservativ erfolgen. Das betroffene Gelenk sollte zunächst vorübergehend ruhiggestellt - eventuell mit einer Gipsschiene oder einem Verband - und die auslösende Aktivität eingestellt werden, da der bereits entzündete Schleimbeutel durch Bewegung weiter belastet wird.

Weitere wichtige Maßnahmen sind die Kühlung und Hochlagerung der betroffenen Region. Eine Kühlung des schmerzenden Schleimbeutels wird oft als angenehm empfunden und wirkt entzündungshemmend. Als Medikamente werden so genannte NSAR (Nicht-Steroidale Antirheumatika) wie beispielsweise Ibuprofen oder Diclofenac eingesetzt. Diese lindern die Schmerzen und reduzieren die Schwellung und Reizung.

Bei längerandauernder Anwendung können als Nebenwirkung Magen-Darm-Beschwerden, insbesondere Magengeschwüre auftreten.Besteht mit Sicherheit keine eitrige Schleimbeutelentzündung, so kann der Reizerguss auch mittels Punktion oder Kortisoninjektion behandelt werden. Bei der Behandlung der Schleimbeutelentzündung durch Punktion oder Injektion mit Kortison besteht jedoch immer die Gefahr eine sekundären Infektion. Im Falle einer Bursitis subacromialis führt die lokale Injektion von Kortison meist zu einer raschen Schmerzlinderung. Sie ist oft auch die einzige wirkungsvolle Behandlungsmöglichkeit. Häufig wird auch eine Laserbehandlung oder Ultraschalltherapie durchgeführt.

Die Schleimbeutelentzündung verschwindet in der Regel, durch die hier genannten Maßnahmen, innerhalb von wenigen Wochen. Trotz der konservativen Therapie ist eine sichere Heilung nur durch eine komplette Entfernung des betroffenen Schleimbeutels möglich.
Das Gelenk sollte auf keinen Fall über einen längeren Zeitraum ruhiggestellt werden, da es dadurch zu einer Versteifung kommen kann. Wichtig ist daher eine behutsame und langsame Bewegung ohne Belastung.

Operative Behandlung

Ist die Entzündung mit den oben genannten Maßnahmen nicht behandelbar und beginnt sich eine eitrige Bursitis herauszubilden, so wird eine chirurgische Sanierung notwendig. Hierbei wird entweder der Eiter drainiert oder gegebenenfalls der ganze Schleimbeutel entfernt (Bursektomie).

Chronische Schleimbeutelentzündung

Eine chronische Schleimbeutelentzündung (länger als drei bis sechs Wochen) sollte operiert werden, um immer wiederkehrende Rezidive zu vermeiden. Zudem ist es wichtig mögliche Ursachen der Schleimbeutelentzündung zu beheben. Außerdem sollte eine Nachbehandlung mit Ruhigstellung, eventuell Drainiage, Kompressionsverband und Antibiotikagabe erfolgen.

Eitrige Schleimbeutelentzündung

Bei der eitrigen Schleimbeutelentzündung erfolgt eine Bursektomie, also eine Entfernung des Schleimbeutels. Parallel dazu wird eine begleitende Antibiotika-Behandlung durchgeführt. Besteht eine starke Entzündung, so sollte der Schleimbeutel zunächst durch einen Schnitt entlastet und täglich gespült werden. Bei der Punktion entfernt der Arzt etwa 5 bis 20 Milliliter Flüssigkeit und spritzt Kristallkortison in den leeren Schleimbeutel. Anschließend wird ein Druckverband angelegt, damit sich der Schleimbeutel nicht wieder auffüllt. Erst wenn die Schleimbeutelentzündung ausgeheilt ist, kann die Schleimbeutelentfernung erfolgen. Dies wird auch als zweizeitiges Vorgehen bezeichnet.

Nach der Operation sollten die oben aufgeführten Maßnahmen zur konservativen Behandlung durchgeführt werden. In Abhängigkeit von der Lokalisation ist eine Gipsschiene für 7-10 Tage sinnvoll.

Prognose

Eine Schleimbeutelentzündung ist in der Regel gut zu behandeln. Bei richtiger Therapie lässt die Entzündung innerhalb kurzer Zeit nach. Dennoch kann eine akute Entzündung in eine anhaltende - chronische - Form übergehen.


Hinweise für Patienten

Maßnahmen zur Vorbeugung einer Schleimbeutelentzündung:

  • Stärken Sie ihre Muskulatur durch Dehn- und Kraftübungen. Dadurch können Sie das Gelenk schützen und stabilisieren. Zudem wird die Belastung des umgebenden Gewebes reduziert.
  • Werden bei der Arbeit, beim Sport oder in der Freizeit wiederholende, einseitige Bewegungen ausgeführt, so sollten diese Tätigkeiten gelegentlich durch kurze Pausen unterbrochen werden, damit sich das Gelenk erholen kann.
  • Besonders beanspruchte Körperstellen sollten am besten gepolstert werden, z.B. sollten Fliesenleger Knieschützer benutzen.
  • Vermeiden Sie Überlastung und besonders anhaltenden Druck auf Knien und Ellenbogen.
  • Im Falle einer chronischen Entzündung sollten mögliche Grunderkrankungen soweit möglich behandelt werden, um das Risiko einer Schleimbeutelentzündung zu reduzieren.

« Schleimbeutelentzündung - Symptome und Diagnose

Letzte Aktualisierung am 08.10.2009.

Orthopäde
Portrait Dr. med. Hein Kleihues, OZS - Orthopädisches Zentrum Spreebogen, westklinik Dahlem, Berlin, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. med. H. Kleihues
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
in 10559 Berlin
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