Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans) ist eine Erkrankung, deren Ursache nicht genau bekannt ist. Sie hängt wahrscheinlich mit einem Erbfaktor namens HLA-B27 zusammen, da dieser bei 95 Prozent der Erkrankten in den Genen vorhanden ist. HLA-B27 alleine reicht jedoch nicht aus, um einen Morbus Bechterew hervorzurufen, da es sich auch schon bei 8 Prozent der nicht erkrankten Menschen findet. Im Übrigen scheint ein Einfluss weiterer genetischer Merkmale zu bestehen.
Bei der Entstehung der Bechterew-Krankheit gibt es einen Zusammenhang mit verschiedenen äußeren Faktoren. So wird vermutet, dass eine Infektion mit Bakterien (z. B. Erreger von Darm- und Harnwegsinfekten wie Chlamydien, Salmonellen, Yersinien, Shigellen, Klebsiellen) Vorgänge auslöst, die zu der Erkrankung führen. Psychische Aspekte spielen möglicherweise bei der Entstehung eine Rolle. Wahrscheinlich können auch Umstände wie eine starke körperliche Belastung, Nässe und Kälte die Bechterew-Erkrankung auslösen.
Solche Einflüsse führen beim Morbus Bechterew dazu, dass Fehlreaktionen des Abwehrsystems ablaufen. Durch die Immunabwehr wird körpereigenes Gewebe angegriffen. Es kommt zum Ablauf von Entzündungsreaktionen in Gelenken (insbesondere der Wirbelsäule), Sehnen und anderen Körperstrukturen. Der Morbus Bechterew kann damit zu den rheumatischen Erkrankungen gezählt werden. Weshalb vor allem die Wirbelsäule befallen wird, ist unbekannt. Die Entzündungsprozesse können zu einer so starken Gewebeveränderung an den Gelenken führen, dass sie verknöchern können. Charakteristisch ist eine solche Reaktion an den Gelenken zwischen den einzelnen Wirbelknochen (Wirbelgelenke oder Facettengelenke). Das Gelenk, das neben den Wirbelsäulengelenken am häufigsten befallen ist, ist das Iliosakralgelenk (Gelenk zwischen Kreuzbein und Darmbein).