Die Grundlage der Behandlung bei Osteoporose in der Wirbelsäule bilden nichtoperative Maßnahmen. Nur in speziellen Fällen kann eine Operation angezeigt sein, vor allem bei sonst nicht ausreichend zu lindernden Schmerzen.
Konservative Therapie
Wichtig zur Behandlung der Osteoporose ist eine Bewegungstherapie beziehungsweise schon eine ausreichende körperliche Betätigung im Alltag. Die Betätigung sollte aber nicht übertrieben werden, da die Gefahr von weiteren Knochenbrüchen besteht. So kann unter Umständen auch ein Korsett zur Stabilisierung und Schmerzreduzierung angezeigt sein. Von Seiten der Ernährung muss der Patient darauf achten, dass er genug Calcium (enthalten in Milcherzeugnissen, Mineralwässern) und Vitamin D (enthalten in Fisch, Milcherzeugnissen, Eiern) zu sich nimmt. Der Genuss stark phosphathaltiger Lebensmittel (z. B. Wurst, Cola) sollte eingeschränkt werden. Auf Rauchen sollte der Patient verzichten. Förderlich kann der Aufenthalt im Freien sein, da unter UV-Licht die Bildung von Vitamin D ermöglicht wird.
Medikamente können ebenfalls bei Osteoporose gegeben werden. Es handelt sich meist um Präparate von Calcium und Vitamin D. Arzneimittel wie Biphosphonate oder Strontium können den Knochenaufbau fördern. Geeignet sein können Präparate, die den Hormonhaushalt beeinflussen und auf diese Weise die Knochen stärken können.
Operation
Mit einer Operation bei osteoporotischer Wirbelkörperfraktur soll durch die Stabilisierung und eventuelle Aufrichtung vor allem eine Schmerzfreiheit erreicht werden. Bei beiden gängigen Operationsmethoden erfolgt der Zugang nur über kleine Einschnitte. Bei der Vertebroplastik wird in einen zusammengebrochenen Wirbelkörper eine Art Knochenzement eingespritzt, der aushärtet und neuerlichen Brüchen in diesem Wirbel vorbeugt. Bei der Kyphoplastik wird zuvor ein Ballon in den Wirbel eingeführt, der aufgepumpt wird und den Knochen aufrichtet. Nachdem der Ballon wieder entfernt wurde, wird in den entstandenen Hohlraum der Zement eingebracht. So kann zusätzlich eine Normalisierung der Form erreicht werden. In manchen Fällen kommen weitere Operationsmethoden zum Einsatz, die gegebenenfalls über einen größeren Zugang erfolgen.
Werden keine Maßnahmen zur Behandlung ergriffen, so setzt sich die Osteoporose fort. Es kann zu weiteren Knochenbrüchen und zu Schmerzen in weiteren Bereichen kommen. Die Wirbelsäule ist eine der häufig betroffenen Strukturen, so dass es zu neuerlichen Brüchen mit Stauchung der Wirbelkörper kommen kann. Der Rücken kann sich immer weiter verkürzen, Schmerzen können sehr stark werden. Komplikationen bis hin zu Beeinträchtigungen der inneren Organe können sich ergeben. In der Regel können mit den nichtoperativen Behandlungsmaßnahmen die Prozesse weitgehend aufgehalten werden. Eine Wiederaufrichtung von Wirbeln beziehungsweise des Rückens ist hiermit aber nicht mehr möglich. In speziellen Fällen kann eine Operation sinnvoll sein, durch die in der Regel eine gute Stabilität und gegebenenfalls auch eine Erhöhung und Begradigung der Wirbelsäule erreicht werden kann. Eine Operation allein kann wiederum die Osteoporose als allgemeinen Erkrankungszustand nicht bekämpfen.