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Ruptur der Rotatorenmanschette - Diagnose



Wie wird eine Ruptur der Rotatorenmanschette diagnostiziert?

Die Diagnose einer Rotatorenmanschettenruptur kann durch unterschiedliche Untersuchungsmöglichkeiten gestellt werden. Nach einer genauen Befragung (Anamneseerhebung) des Patienten erfolgt die körperliche Untersuchung. In der Regel beginnt der Arzt mit einer funktionellen Schultergelenksuntersuchung. Zunächst erfolgt die Überprüfung des Bewegungsausmaßes, welches vor allem bei einer akuten Ruptur der Rotatorenmanschette deutlich eingeschränkt ist. Des Weiteren erfolgt die Überprüfung der Kraftentwicklung der Rotatorenmanschette durch Seithebung des Armes (Abduktion) gegen Widerstand (spiegelt die Funktionsfähigkeit des Musculus supraspinatus wider), durch Außendrehung gegen Widerstand bei hängendem Arm und gebeugtem Ellenbogen (spiegelt die Funktionsfähigkeit des Musculus teres minor und Musculus infraspinatus wider) sowie durch Innendrehung des Armes gegen Widerstand (überprüft die Funktionsfähigkeit des Musculus subscapularis).

Zudem fallen häufig Schmerzen auf, wenn der Arzt mit seinen Fingern auf bestimmte Stellen im Schulterbereich drückt. Häufig kann man noch beim Bewegen des Armes ein Knacken im Bereich der Schulter tasten. Oft findet man außerdem beim seitlichen und vorderen Abspreizen des Armes einen Kraftverlust im Vergleich zur Gegenseite. Der Arm lässt sich meist nur mit großer Mühe im Waagerechten halten. Darüber hinaus gibt es weitere Untersuchungsmöglichkeiten, die im Rahmen der klinischen Untersuchung durchgeführt werden sollte. In der Regel umfasst diese Untersuchung das Abgrenzen zweier Krankheitsbilder, dem Impingement-Syndrom und die Ruptur der Rotatorenmanschette. Diese sind:

  • Auslösen des painful arc (schmerzhafter Bogen)
    Bei dieser Untersuchung wird der Arm des Patienten passiv über die Seite angehoben. Im Falle eines Impingement-Syndroms passiert der Bogen zwischen 60 und 120° eine Engstelle, welche dann Schmerzen verursacht und die Verdachstdiagnose eines Impingement-Syndroms bestätigt. Mit dieser Untersuchung können solche Beschwerden festgestellt werden, die durch eine Enge unter dem Schulterdach ausgelöst werden.

  • Schmerzen trotz Betäubungsmittel
    Ist eine selbstständige Bewegung des Armes aufgrund der starken Schmerzen nicht mehr möglich, so wird ein Betäubungsmittel in den Schleimbeutel injiziert. Kann der Patient trotz Betäubungsmittel seinen Arm nicht aktiv bewegen, so kann mit großer Sicherheit eine Ruptur der Rotatorenmanschette angenommen werden.

Neben der funktionellen Schultergelenksuntersuchung gibt es auch bildgebende Verfahren zur Diagnosestellung. Zur Verfügung stehen:

Röntgenaufnahme
Durch eine Röntgenaufnahme kann eine Ruptur der Rotatorenmanschette nicht direkt nachgewiesen werden. Der Grund dafür ist, dass Sehnen und Muskeln zu den Weichteilgeweben des Körpers gehören und diese für Röntgenstrahlen strahlendurchlässig sind. Das bedeutet also, dass diese Strukturen nicht abgebildet werden können. Auf dem Röntgenbild kann man lediglich bei einer ausgeprägten Rotatorenmanschettenruptur, eine veränderte Stellung der Knochen zueinander erkennen. Das Fehlen der Rotatorenmanschette bewirkt nämlich ein Aufsteigen des Oberarmkopfes unter das Schulterdach. Dieses Phänomen ist ein indirekter Hinweis für das Vorliegen einer schweren Rotatorenmanschettenruptur. Kleinere Risse können dieses Phänomen nicht verursachen. Durch eine Röntgenaufnahme können zudem Begleiterkrankungen aufgedeckt werden, die wichtige Hinweise auf die Ursache der Rotatorenmanschettenruptur geben können, wie z.B. eine Arthrose des Schultergelenkes.

Ultraschall (Sonographie)
Die Diagnose eine Ruptur kann durch eine Ultraschalluntersuchung der Schulter mit Darstellung der Sehnen der einzelnen Muskeln gesichert werden. Ein wesentlicher Vorteil der Sonographie ist die leichte Anwendbarkeit und die Möglichkeit der dynamischen Schulteruntersuchung, da der Arm während der Untersuchung bewegt werden kann. So können auch kleine Löcher in der Rotatorenmanschette von einem geübten Untersucher entdeckt werden.

Magnetresonanztomographie (MRT, NMR)
Die Kernspinuntersuchung kommt insbesondere bei Verdacht auf einen Rotatorenmanschettenriss zum Einsatz. Hierdurch lassen sich Risse in der Rotatorenmanschette sicher erkennen. Des weiteren kann die Sehnenqualität und Retraktion (Zurückziehen der Sehne nach dem Riss) gut eingeschätzt werden. Auch gut zu erkennen sind degenereative Veränderungen der betroffenen Muskeln, welches bedeutet, dass Muskelgewebe teilweise durch Fettgewebe ersetzt wird (so genannte fettige Degeneration).

Arthroskopie (Gelenkspiegelung)

Auch durch eine Schultergelenksspiegelung kann die Verdachtsdiagnose gesichert werden. Hier wird auch der Ausmaß der Ruptur beurteilt und gegebenenfalls direkt eine Therapie begonnen, z.B. Naht der gerissenen Sehne.

Differentialdiagnose

Differentialdiagnostisch sollte man vor allem an das Impingement-Syndrom denken und diese ausschließen.


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Letzte Aktualisierung am 12.10.2009.

Verletzungen Schulter

Verletzungen an der Schulter

Orthopäde
Portrait Dr. med. Hein Kleihues, OZS - Orthopädisches Zentrum Spreebogen, westklinik Dahlem, Berlin, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. med. H. Kleihues
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
in 10559 Berlin
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