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Ruptur der Rotatorenmanschette - Therapie



Welche Therapie kommt zum Einsatz?

Die Behandlung ist abhängig von der Rissgröße und -form sowie vom Anspruch des Patienten. Die Ruptur kann sowohl durch konservative als auch durch operative Maßnahmen therapiert werden. Eine konservative Therapie wird vor allem bei einer inkompletten Ruptur der Supraspinatussehne durchgeführt. Liegt dagegen eine komplette Ruptur vor, so wird individuell entschieden.

Patienten, die älter als 65 Jahre sind und darüber hinaus tolerable Schmerzen aufweisen, können durchaus auch konservativ therapiert werden. Wird jedoch keine ausreichende Stabilisierung erreicht oder liegt ein größerer, schmerzhafter Riss vor, so ist ein operativer Eingriff empfehlenswert. Eine Sonderstellung haben auch frische, unfallbedingte Risse bei jüngeren Patienten. Diese sollten frühzeitig genäht werden, um ein Zurückziehen der Muskeln zu vermeiden und die Funktion der Schulter zu erhalten.

Konservative Therapie

Konservative Therapiemaßnahmen können folgendermaßen aussehen:

  • Bei geringen Beschwerden: Gabe von Schmerzmitteln bzw. entzündungshemmender Medikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac.
  • Infiltrationen (Spritze) unter das Schulterdach zur Reduktion von Schmerzen.
  • Regelmäßige Durchführung krankengymnastischer Übungen. Hierzu gehören auch Dehn- und Kräftigungsübungen zur Vermeidung einer Gelenksteifung, die jedoch erst nach Besserung der Schmerzen durchgeführt werden sollten. Auftrainieren der Restmuskulatur.
  • Regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchung
  • Schonung, z.B. durch Ruhigstellung mittels Orthese. Dies ist ein Hilfsmittel, durch das der Arm seitlich vom Brustkorb ferngehalten wird.
  • Kryotherapie (Kälteanwendungen), vor allem nach einem Unfall.

Die konservative Therapie ermöglicht natürlich kein „Zusammenheilen" gerissener Sehnenanteile. Dies ist auch gar nicht mehr möglich, da sich die gerissenen Sehnenanteile zusammen gezogen haben. Trotzdem kann man mit Hilfe der konservativen Maßnahmen die Schulterfunktion in soweit wieder herstellen, dass der normale „Alltagsgebrauch" damit gewährleistet werden kann. Ist ein solches Ergebnis auch nach drei Monaten nicht erkennbar, so sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt über operative Maßnahmen sprechen.

Operative Therapie

Indikationskriterien auf eine operative Therapie bei einer Ruptur der Rotatorenmanschette:

  • sehr starke Schmerzen
  • Alter (< 65 Jahre) in Kombination mit sportlichen und / oder beruflichen Aktivitäten
  • Therapieversagen nach sechs Monaten
  • Degenerative / verschleißbedingte Veränderungen des Schultergelenkes
  • Rotatorenmanschettenruptur am dominanten Arm (meist der rechte Arm)

Die Wahl des operativen Eingriffes hängt vom Ort, der Form und Größe der Schädigung ab. Der Arzt entscheidet abhängig von der Größe des Risses, ob arthroskopisch oder offen operiert werden kann. Je kleiner der Riss ist, desto besser ist die Versorgung mit Hilfe einer Arthroskopie des Schultergelenkes. Dagegen können größere Risse arthroskopisch nur gesäubert werden und die Schmerzen im Rahmen einer endoskopisch subakromialen Dekompression (ESD) gelindert werden. Dabei stehen unterschiedliche Verfahren wie z.B. die Akromionplastik nach Neer oder die Exzision des Sehnenbezirks zur Verfügung.

Möglich ist auch die Naht der Supraspinatussehne, meist eine so genannte transossäre Naht. Darunter versteht man eine Naht, die durch den Knochen an jenem Ort genäht werden soll, an dem sie ursprünglich abriss. Die Verankerung der Sehnen kann durch unterschiedliche Methoden erfolgen. Zur Verfügung stehen Schraubanker, die entweder aus Titan oder aus bioresorbierbarem (selbst auflösendem) Material gefertigt wurden oder transossäre Nähte, bei dem der Faden durch den Knochen gezogen wird und die in spezieller Naht- und Knotentechnik vernäht werden.

Physiotherapie

Nach einer Operation ist eine intensive Krankengymnastik dringend erforderlich, um die Muskulatur zu stärken und die Beweglichkeit zu verbessern. Nur auf diese Weise kann die Operation langfristig Erfolg haben.


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Letzte Aktualisierung am 12.10.2009.

Verletzungen Schulter

Verletzungen an der Schulter

Orthopäde
Portrait Dr. med. Hein Kleihues, OZS - Orthopädisches Zentrum Spreebogen, westklinik Dahlem, Berlin, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. med. H. Kleihues
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
in 10559 Berlin
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