Ein Bänderriss wird in der Regel nur dann verursacht, wenn unverhältnismäßig viel Kraft auf das Band einwirkt. Diese Kraft erreichen wir schon mit unserem Körpergewicht, sei es bei einem Sturz auf die Hand, einer falschen Bewegung mit dem Knie oder dem Fuß.
Symptome
In der Regel erkennt man einen Bänderriss durch folgende Symptome:
- unmittelbar einsetzender, oft starker Schmerz
- deutliche Schwellung im Bereich des Außenknöchels
- der Riss ist meist als deutliches Krachen oder Bersten zu hören
- Schwindelanfall
- Bluterguss (Hämatom) mit entsprechender Verfärbung der Haut
- starker Druck- und Bewegungsschmerz über den verletzten Bändern
- Auftreten und Belasten des Fußes aufgrund der starken Schmerzen meist nicht mehr möglich
- Kraftlosigkeit der betroffenen Muskeln
- Bewegungseinschränkung bis hin zur Bewegungsunfähigkeit
Sind die Schmerzen nicht so stark, so lässt sich das Sprunggelenk „aufklappen", dass heißt die Gelenkflächen lassen sich durch den Verlust der Außenbandfunktion voneinander entfernen, wenn der Fuß nach innen gedreht wird bzw. der Unterschenkel bei fixiertem Fuß Richtung Ferse gedrückt wird. Der häufige Außenbandriss am Sprunggelenk weist fast immer eine deutliche, blau-schwarze Verfärbung am lateralen (seitlich-äußeren) Rand des Fußes auf. Seitenbandrisse am Knie hingegen zeigen nur ganz selten eine Hämatomverfärbung unter der Haut. Natürlich ist die Belastbarkeit eines so verletzten Gelenkes stark eingeschränkt.
Diagnose
Der Betroffene selbst kann nicht zwischen einer Überdehnung und einem Riss der Außenbänder unterscheiden. Der Arzt wird zunächst Fragen zum Unfallhergang stellen und im Anschluss den Fuß untersuchen. Dabei wird auch die Stabilität des Gelenkes überprüft, welches bei frischer Verletzung sehr schmerzhaft sein kann. Durch die verschiedenen Tests, wie z.B. Lachmann-Test, Schubladenphänomen und Pivot-Shift-Test, kann man erkennen, welche Bandstrukturen gerissen sind.
Nach der körperlichen Untersuchung wird eine Röntgenaufnahme angefertigt, um die Verletzung eines Knochens auszuschließen. Bestehen jedoch weiterhin Zweifel, so kann eine so genannte gehaltene Röntgenaufnahme zusätzlich Aufschluss über den Schweregrad der Bandverletzung geben. Bei dieser Untersuchung wird der Fuß in eine Halterung eingespannt und das Gelenk aufgedehnt, so dass im Röntgen die Stabilität beurteilt werden kann. Heute spielen jedoch gehaltene Aufnahmen keine wesentliche Rolle mehr in der Akutdiagnostik (Erstdiagnostik). Aufgrund der Schmerzhaftigkeit tolerieren viele Patienten diese Prozedur nicht. Auf der anderen Seite wird der Schweregrad der Bandverletzung durch das Aufdehnen noch vergrößert.
Im Falle einer chronischen Instabilität kann das Ausmaß der Instabilität abgeschätzt werden. Bei jedem Menschen können die Gelenke unterschiedlich weit aufgespreizt werden, weshalb der Arzt in der Regel noch eine Kontroll-Röntgenaufnahme des gesunden gegenseitigen Sprunggelenkes anfertigt, um die gesunde Norm festzustellen. Dadurch kann er nun besser zwischen gesund und krank unterscheiden.
Als weitere bildgebende Verfahren können die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt werden, um zu klären, ob auch Knochen oder Menisken verletzt sind. Durch die MRT kann das Ausmaß einer Bandschädigung genau beurteilt werden. Es handelt sich jedoch um ein teures Verfahren, bei der sich auch keine unmittelbaren Konsequenzen für die Weiterbehandlung ergeben, weshalb sie meistens in der Diagnostik nicht eingesetzt werden.
Letzte Aktualisierung am 21.09.2009.