Erste Hilfe bei einer Bandverletzung:
Als Sofortmaßnahme eignen sich die Schritte des P.E.C.H.-Schemas. Diese können vor allem den Heilungsprozess günstig beeinflussen und weitere Schäden verhindern.
P: Pause
Nach einer Verletzung sollten Sie sofort mit dem Sport aufhören und das betroffene Sprunggelenk ruhig stellen. Meist ist in dieser Akutphase eine direkte Untersuchung schwierig, da aufgrund der Schmerzen und der Schwellung das Gelenk sehr empfindlich ist. Das Ausmaß der Verletzung lässt sich erst in den ersten Tagen nach der Verletzung erkennen.
E: Eis
Durch eine direkte Eisanwendung kann der Heilungsverlauf günstig beeinflusst werden. Durch die Kälteanwendung werden die Blutgefäße verengt, welches das Ausmaß der Einblutung und Schwellung deutlich reduziert. Zudem wird der Stoffwechsel verlangsamt, was zu einer Verminderung des Gewebeschadens führt. Zuletzt wirkt die Kälte auch schmerzlindernd.
Das Eis darf jedoch nie direkt auf die Haut gelegt werden, da hierdurch Kälteschäden verursacht werden können. Daher den Eisbeutel am besten mit einem Tuch abdecken oder mit ein paar Lagen einer Kompressionsbinde umwickeln.
Die Kühldauer ist abhängig vom Ausmaß des Schadens und dem subjektiven Wohlbefinden des Patienten. Sofern das Eis gut toleriert wird, kann auch über Stunden gekühlt werden. Wird jedoch zu lange und oft gekühlt, so kann der Heilungsprozess auch negativ beeinflusst werden. Steht kein Eis zur Verfügung, können auch problemlos kalte Umschläge verwendet werden.
C: Compression
Während oder nach der Eisbehandlung sollte ein Kompressionsverband angelegt werden, um ein übermäßiges Anschwellen des Sprunggelenkes zu verhindern. Dabei sollte nur ein mäßiger Druck ausgeübt werden, damit eine gute Durchblutung weiterhin gewährleistet ist. In den ersten Stunden der Verletzung kann die Schwellung weiter zunehmen, so dass die Spannung des Kompressionsverbandes regelmäßig überprüft werden sollte. Bei Blauverfärbung des Fußes sollte der Verband sofort entfernt werden.
H: Hochlagerung
Durch eine Hochlagerung des verletzten Gelenkes wird der Rückfluss des Blutes und der Schwellflüssigkeit erleichtert. Innerhalb der ersten 48 Stunden sollte der Fuß komplett hochgelagert werden. Auch später wird eine regelmäßige Hochlagerung des Gelenkes empfohlen, bis es zur kompletten Abschwellung kommt..
Ziel der Therapie
Ziel jeder Behandlung ist die Ausheilung des Bänderrisses, sowie der Erhalt der Stabilität und die erneute Belastbarkeit des Gelenkes. Erfolgt keine medizinische Behandlung, so kann es zu bleibender Instabilität des Gelenkes mit vorzeitiger Gelenkabnutzung (Arthrose) kommen.
Letzte Aktualisierung am 21.09.2009.