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Hüftgelenksluxation - Symptome und Diagnose



Welche Symptome können auftreten?

Beim Neugeborenen muss eine Hüftdysplasie oder auch Hüftgelenksluxation nicht unbedingt Beschwerden verursachen. Meist fällt eine Hüfterkrankung erst mit Beginn des Laufens auf. Das kindliche Hüftgelenk besitzt jedoch nur bis zum Ende des 2. Lebensjahres eine Nachreifungspotenz. Deshalb ist eine frühzeitige Diagnosestellung von großer Bedeutung.

Hinweisende Symptome können hier sein:

  • verspätetes Gehen
  • belastungsabhängige Schmerzen im Bereich der Leiste oder im seitlichen Hüftbereich
  • Duchenne-Hinken (eine Art Watschelgang): Das Becken kann nicht mehr durch die Muskulatur beim Laufen waagerecht gehalten werden.
  • Positiver Trendelenburg-Test: Das Becken fällt beim Einbeinstand der erkrankten Seite, durch Muskelschwäche der Hüftabspreizer (Abduktoren), zur Gegenseite.

Das erste Symptom einer Hüftgelenksdysplasie ist bei der Geburt häufig nur ein instabiles Hüftgelenk (Ortaloni-Zeichen), welches sich bei 80 Prozent der Neugeborenen spontan wieder zurückbildet und sich dadurch das Hüftgelenk wieder weiter normal entwickeln kann. Wird jedoch von außen weiter Druck auf den Hüftkopf und somit die knorpeligen Pfannenränder ausgeübt, so kann sich die Pfanne verformen und das Gelenk zerstört werden. Zudem kommt es bei Fehllage des Hüftkopfes zu einer Verkürzung der Muskulatur. Dies erschwert zusätzlich die Stabilisierung des Gelenkes, so dass in der Folge eine Hüftgelenksluxation entsteht.

Typische Symptome einer Hüftgelenksluxation und Hüftdysplasie sind:

  • Instabilität des Hüftgelenks (Ortaloni-Zeichen)
  • Aus- und Einreken des Hüftkopfes (Barlow-Zeichen)
  • Faltenasymmetrie an den hinteren Oberschenkeln
  • Abspreizhemmung des betroffenen Hüftgelenks
  • Scheinbare Verkürzung des betroffenen Beins

Diagnose

Die Diagnose der Hüftdysplasie sowie der Hüftgelenksluxation wird in erster Linie über die körperliche Untersuchung gestellt.

Die Diagnostik umfasst folgende Schritte:

1. Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese):

Bei der Erhebung der Anamnese sollte der Arzt zielgerichtet auf die oben genannten Risikofaktoren eingehen. Weitere wichtige Fragen sind:

  • Wann wurde der erste Laufversuch unternommen?
  • Ist ein Hinken aufgefallen?
  • Bestehen Asymmetrien im Bereich des Gesäßes?
  • Fällt eine verstärkte Hohlkreuzbildung im Stehen auf?
2. Betrachtung (Inspektion):

Bei einer Hüftgelenksluxation tritt der Hüftkopf höher, so dass man hier bei einer einseitigen Luxation (Auskugelung) eine Asymmetrie der Gesäßfalten erkennen kann. Doch nicht jede Faltenasymmetrie muss unbedingt ein Hinweis auf eine Hüftgelenksluxation sein.
Besteht dagegen eine beidseitige Luxation, so ist hier keine Asymmetrie vorhanden, da beide Hüften ausgekugelt sind. Diese Kinder kompensieren dies jedoch mit einer verstärkten Hohlkreuzbildung (Hyperlordose).

3. Körperliche Untersuchung:

Bei der körperlichen Untersuchung wird zunächst das Hüftgelenk auf Stabilität und Auskugelbarkeit überprüft. Hier ist vor allem die Untersuchungmethode nach Ortaloni zu nennen. Bei dieser Untersuchung wird versucht, das Hüftgelenk gezielt durch Druck von außen auf den Hüftkopf auszukugeln oder zumindest auf den Pfannenrand des Beckens zu stellen. Im Anschluss versucht nun der Untersucher durch eine Lageveränderung des Hüftkopfes, den Hüftkopf wieder in die Pfanne zurückspringen zu lassen, welches als deutliches spürbares schnappen oder klicken wahrnehmbar ist. Dieses Phänomen wird in der Medizin als positives Ortaloni-Zeichen bewertet. Das Ortaloni-Zeichen lässt sich bei einem gesunden Hüftgelenk nicht auslösen.

Problematisch ist diese Untersuchung bei einer Hüftluxation, da der Hüftkopf nicht wieder in die Pfanne springt. Das Ortaloni-Zeichen lässt sich hier ebenfalls nicht auslösen.
Wegen der Gefahr der Hüftkopfschädigung sollte das Ortaloni-Zeichen heute nicht mehr durchgeführt werden.

4. Ultraschalluntersuchung (Sonographie):

Der Ultraschall der Säuglingshüfte ist das wichtigste Diagnostikum einer Hüftdysplasie. Im Ultraschall ist das Verhältnis zwischen Hüftkopf und Hüftpfanne zu sehen und die knorpeligen Pfannendachantelie beurteilbar. Der Ultraschall sollte routinemäßig bei der U2 und U3 durchgeführt werden. Vorteil diese Methode ist, dass sie frei von jeglicher Strahlenbelastung ist und daher beliebig oft wiederholt werden kann. Zudem ist hier auch eine dynamische Untersuchung möglich. Das bedeutet also, dass das Hüftgelenk unter Bewegung untersucht und das Verhalten von Hüftkopf zur Pfanne bei Bewegung beurteilt werden kann.

Die Aussagefähigkeit der Ultraschalluntersuchung nimmt mit zunehmender Verknöcherung von Hüftkopf und Hüftpfanne ab. Sie kann daher bis zur Beendigung des ersten Lebensjahres durchgeführt werden, danach ist die Röntgenuntersuchung überlegen.

5. Röntgenuntersuchung:

Das Röntgenbild hat eine nur begrenzte Aussagekraft hinsichtlich der frühzeitigen Diagnosestellung, da große Teile des Hüftgelenks noch nicht knöchern, sondern nur knorpelig angelegt sind. Die Röntgenuntersuchung ist nur bei Kindern sinnvoll, die behandelt werden müssen. Nach jeder behandelten Hüftgelenksluxation ist eine abschließende Röntgenuntersuchung erforderlich, um einen Gelenkabbau (Hüftkopfnekrose) auszuschließen.
Bei Bedarf wird ein Röntgenbild erst nach dem ersten Lebensjahr gemacht. In der Regel wird eine so genannte Beckenübersichtsaufnahme (BÜS) angefertigt. Das Becken wird hierbei mit den Hüftgelenken von vorne nach hinten geröntgt.

 


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Letzte Aktualisierung am 12.10.2009.

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Orthopäde
Portrait Dr. med. Hein Kleihues, OZS - Orthopädisches Zentrum Spreebogen, westklinik Dahlem, Berlin, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. med. H. Kleihues
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
in 10559 Berlin
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