Tumororthopädie

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Was ist die Tumororthopädie?

Die Tumororthopädie beschäftigt sich mit der Diagnose und Behandlung von Tumoren in Knochen und Weichteilen. Dies beinhaltet sowohl gutartige als auch bösartige Tumore (Sarkome) sowie Tochtergeschwülste (Metastasen), die sich im Behandlungsgebiet der Orthopädie abgesiedelt haben.

Findet sich ein Tumor im Skelettsystem, so kann eine Operation notwendig sein. In dem Eingriff wird der Tumor entfernt. Weitere Operationsmaßnahmen können erforderlich werden, beispielsweise die Stabilisierung eines Knochens. In vielen Fällen erfolgt vor einer Tumoroperation eine Bestrahlung oder eine Chemotherapie.


Wann wird eine Operation aus der Tumororthopädie durchgeführt?

Eine Operation kann bei vielen Tumoren im orthopädischen Bereich angezeigt sein. Bei bösartigen Tumoren, die unmittelbar (primär) vom Knochen oder vom Bindegewebe ausgehen, ist in aller Regel eine Operation zur Entfernung notwendig. Gutartige Tumore werden operativ entfernt, wenn sich eine Funktionseinschränkung zeigt oder der Patient andere Beschwerden hat.

Bei Metastasen (Tochtergeschwülsten), die sich von bösartigen Tumoren aus anderen Körperteilen abgesiedelt haben, ist oft eine Chemotherapie oder Bestrahlung sinnvoller, es sei denn, es ist eine Einzelmetastase oder es ergeben sich Funktionsbehinderungen. Eine Rolle, ob Tumore herausoperiert werden, spielen ebenfalls die Verfassung des Patienten und weitere Umstände.

Im Bewegungsapparat des Menschen treten insgesamt mehr Metastasen (Tochtergeschwülste) auf als bösartige Tumore, die direkt aus dem Gewebe stammen (Primärtumore). Bei jüngeren Patienten (etwa bis zum 40. Lebensjahr) ist dieses Verhältnis umgedreht.

Die wichtigsten bösartigen primären Knochen- und Weichteiltumore (Sarkome) sind:

  • Osteosarkom (Knochenkrebs, tritt am häufigsten im zweiten Lebensjahrzehnt auf)
  • Ewing-Sarkom (eine andere Art Knochenkrebs, in aller Regel nur bei Kindern bis 15 Jahren)
  • Chondrosarkom (Krebs des Knorpelgewebes, eher bei älteren Menschen)
  • Liposarkom (Krebs, der vom Fettgewebe ausgeht)
  • Fibrosarkom (Krebs des faserigen Bindegewebes)
  • Rhabdomyosarkom (Krebs des Skelettmuskels)
  • Malignes fibröses Histiozytom (Bindegewebskrebs, dessen Ursprungsgewebe sich nicht erkennen lässt)

Metastasen (Tochtergeschwülste) können von bösartigen Tumoren (Krebs) praktisch aller Körperbereiche stammen. Metastasen in den Knochen stammen z. B. häufig von den Ursprungstumoren bei Brustkrebs (Mammakarzinom), Lungenkrebs (Bronchialkarzinom), Prostatakrebs, Nierenkrebs oder Schilddrüsenkrebs. Knochenmetastasen unterteilen sich in Tumore, die die Knochensubstanz zerstören, und Tumore, die das Knochenwachstum sogar anregen.

Gutartige Tumore im Knochen und Weichgewebe bilden keine Metastasen. Manche dieser Wucherungen können jedoch in einigen Fällen entarten und zu bösartigem Krebs werden.

Zu den gutartigen Knochen- und Weichteiltumoren gehören:

  • Osteochondrom (gutartiger Knochentumor)
  • Chondrom (gutartiger Knorpeltumor)
  • Lipom (gutartiger Fettgewebstumor)
  • Fibrom (gutartiger Tumor des faserigen Bindegewebes)
  • Rhabdomyom (gutartiger Muskeltumor)

Bei Tumoren im Bewegungsapparat machen sich oft erst spät Symptome bemerkbar. Der Patient kann dann gegebenenfalls einen Knoten im Gewebe feststellen oder Schmerzen verspüren. Manchmal zeigen sich weitere Schäden wie z. B. ein Knochenbruch ohne Gewalteinwirkung (pathologische Fraktur).

Letzte Aktualisierung am 29.07.2015.
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