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Eingangsuntersuchungen - Körperliche Untersuchung


Was beinhaltet die körperliche Untersuchung?

Zunächst erfolgt die Befragung des Patienten und anschließend die körperliche Untersuchung. Bei der Anamnese erfolgt die genaue Befragung Ihrer Schmerzen, der Faktoren, die die Schmerzen positiv oder negativ beeinflussen (modulierende Faktoren), sowie die Intensität und Dauer der Schmerzen. Eine genaue Befragung spielt eine entscheidende Rolle für die Planung der Untersuchungen und des weiteren Therapieverlaufes.

Die körperliche Untersuchung:

  • Inspektion der Wirbelsäule

    In erster Linie wird die Haltung und Form der Wirbelsäule begutachtet sowie die Beweglichkeit der Wirbelsäule kontrolliert. Die Wirbelsäule wird zunächst von hinten und von der Seite inspiziert (begutachtet). Bei der Betrachtung von hinten sollten vor allem folgende Punkte beachtet werden:

    • Sind die beiden Schulterblätter gleich hoch?
    • Ist die Dornfortsatzreige gerade?
    • Ist die Taille des Patienten symmetrisch?
    • Steht das Becken gerade?

  • Kleinere Abweichungen von der Symmetrie sind meist normal. Bestehen jedoch deutliche Veränderungen, so kann dies ein Hinweis auf eine Skoliose sein. Beim Betrachten von der Seite sieht man normalerweise im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule eine leichte Lordose (Einwärtskrümmung) und im Bereich der Brustwirbelsäule eine leichte Kyphose (Auswärtskrümmung).

  • Gangbild

    Das Gangbild lässt sich beurteilen, indem man den Patienten auffordert einige Schritte auf und abzugehen. Hierdurch sind Haltungsschäden wie ein Hohlkreuz oft deutlich erkennbar.

  • Abtasten

    Bei der klinischen Untersuchung wird auch die Dornfortsatzreihe abgetastet, um eine mögliche Abweichung von der Achse feststellen zu können. Außerdem wird die Rückenmuskulatur untersucht, um verspannte oder schmerzhafte Muskelareale aufzuspüren.

  • Beweglichkeitstests

    Ein wichtiger Test ist die Überprüfung der Wirbelsäulenbeweglichkeit. Hierzu beugt sich der Patient nach rechts und links. Dadurch lässt sich erkennen, ob die Wirbelsäule in einem oder mehreren Bereichen zu wenig oder zu viel beweglich ist. Zur Prüfung der Beweglichkeit der Wirbelsäule werden zwei Tests durchgeführt:

    • Schober-Test: Beim Schober-Test handelt es sich um ein Funktionstest für die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule. Während der Patient steht, markiert der Arzt den Dornfortsatz von S1 (erster Steißbeinwirbel) sowie eine weitere Stelle zehn Zentimeter höher, mit einem Punkt. Im Anschluss beugt sich der Patient bei durchgestreckten Knien soweit es geht nach vorne. Der Abstand der beiden Markierungen vergrößert sich dadurch normalerweise um fünf Zentimeter. Sind es weniger als fünf Zentimeter, so ist die Beugbarkeit der Wirbelsäule vermindert, welches z.B. beim Morbus Bechterew der Fall ist.

    • Adams-Test: Beim Vorwärtsbeugen kann man erkennen, ob der Patient an einer Skoliose leidet. Dabei treten die Rippen auf einer Seite stark hervor und bilden einen Buckel.

  • Nerventest

    Der Nervendehnungstest, auch Lasègue-Test genannt, zeigt, ob der Ischiasnerv (Nervenwurzeln der Segmente L4/L5 oder L5/S1) gereizt ist. Bei dem Test liegt der Patient auf dem Rücken und der Arzt hebt dessen gestrecktes Bein um etwa 60 Grad an. Kommt es dabei zu einem plötzlichen Schmerz im Bein, so ist der Test positiv. Der Schmerz wird durch eine Dehnung des Ischiasnervs ausgelöst. Ursache ist in der Regel ein Bandscheibenvorfall oder eine Ischialgie. Treten die Schmerzen hingegen im Steißbereich auf, so können Veränderungen des Iliosakralgelenks die Ursache sein.

  • Reflextest

    Die wichtigsten Reflexe werden mit einem kleinen Hämmerchen geprüft. Mit einem Reflexhammer haut der Arzt knapp unter die Kniescheibe - hierbei sollte sich Ihr Unterschenkel nach vorne wippen - oder aber er schlägt die Achillessehne an, dann sollte sich Ihr Fuß strecken. Bei dem Test können manche Reflexe schwächer ausfallen als gewöhnlich. Funktioniert der Reflex auf der einen Seite viel besser als auf der anderen, so deutet dies auf geschädigte Nerven hin. Daher testet der Arzt die Reflexe immer auf beiden Körperseiten, um ein Vergleich machen zu können.

  • Streichel - Test

    Bei dem Test streichelt der Arzt mit der flachen Hand über Beine und Arme. Wichtig ist hierbei, dass Sie dem Arzt beschreiben, was Sie dabei fühlen, z.B. ein Kribbeln oder es fühlt sich taub an. Der Arzt kann dadurch Rückschlüsse ziehen, welche Nerven in Mitleidenschaft gezogen sind.

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Letzte Aktualisierung am 04.08.2009.

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